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Angela Merkel soll Horst Seehofer mehrmals aufgefordert haben doch endlich zuzugreifen.

CSU bekommt „Superministerium“

Exklusiv: Wie Merkel in der Nacht Seehofer zum Innenminister machte

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Horst Seehofer hat sich offenbar erst in den frühen Morgenstunden das Innenministerium in Berlin gesichert. Angela Merkel soll dabei die entscheidende Kraft gewesen sein.

Berlin/München – Die CSU hat sich offenbar erst in den frühen Morgenstunden das Innenministerium in Berlin gesichert. „Es war morgens noch total verkantet“, berichten Beteiligte aus der engen Runde der Unterhändler dem Münchner Merkur.

Am Zuschnitt der Ministerien wäre die Koalition fast gescheitert. Kurz vor Ende sicherte sich CSU-Chef Horst Seehofer das Innenressort und ergänzte es um den Bereich Heimat und den großen Teil Bauen. Er kündigte intern an, das Amt selbst zu übernehmen – als Innen-, Heimat- und Bauminister. Kanzlerin Angela Merkel habe ihn mehrfach dazu aufgefordert, hieß es am Morgen in Berlin. (Alle Infos im GroKo-Ticker)

Neuere Details aus der Nacht: Neue Details: Wie sich Seehofer selbst zum „Superminister“ machte

Scheuer und Bär die weiteren Minister?

„Das ist ein Superministerium, extrem aufgemörtelt“, heißt es in der CSU. In Seehofers Zuständigkeit gehören nun die Innere Sicherheit, die Städtebauförderung, Unterstützung für Kommunen, vermutlich auch wesentliche Teile von Wohnungsbau und Mieterschutz sowie die Behörden-Digitalisierung. 

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Als weitere Ressorts sicherte sich die CSU das Verkehrsministerium mit eigenem Digitalbereich. Als Minister kommen hier Andreas Scheuer, bisher CSU-Generalsekretär, und Dorothee Bär in Frage. Beide sind oder waren Staatssekretäre in dem Ressort. Zudem behält die CSU das Entwicklungsministerium. Hier gilt der Verbleib von Gerd Müller als wahrscheinlich, aber nicht sicher.

Angela Merkel soll Horst Seehofer mehrmals aufgefordert haben doch endlich zuzugreifen.

Schulz greift nach Außenamt

In der CSU wurden die Personalien bisher positiv aufgenommen. Der Parteivorstand soll am Donnerstagmorgen in München tagen und den Koalitionsvertrag billigen.

Das Agrarministerium muss die CSU an die CDU abgeben. Spekuliert wird über einen Wechsel der rheinland-pfälzischen CDU-Politikerin Julia Klöckner nach Berlin. Das ist jedoch unbestätigt.

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Die CDU behält zudem den Ministerposten im Kanzleramt, Verteidigungs (von der Leyen)- und Gesundheitsministerium und bekommt neu das Wirtschaftsministerium (Altmaier). Auf SPD-Seite sind bisher nur zwei Ministerposten bekannt: Parteichef Martin Schulz soll das Außenamt übernehmen, der Hamburger Olaf Scholz das Finanzressort und Vizekanzler werden. (Koalitionsvertrag)

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