Talk mit Frank Plasberg

„Hart aber fair“: Terror-Experte warnt vor Babys mit Bomben

Terror in Europa, das Thema lässt keinen mehr unberührt. Grund genug, bei „Hart aber fair“ der Frage nachzugehen, wie viel Mut die Bürger jetzt aufbringen müssen und welche Gefahren drohen - auch von Frauen und Kindern.

Der Terror hält Europa in seinen Klauen - die Anschläge auf der London Bridge oder auf der Champs Elysées sind nur die jüngsten Beispiele einer erschreckenden Serie. So dreht sich bei „Hart aber fair“ mit Frank Plasberg am Montagabend alles um die Frage: „Wenn Terror Alltag wird – Ist Mutigsein jetzt Bürgerpflicht?“ Zu Gast sind Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU), Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor, ARD-Terrorismus-Experte Georg Mascolo, Julia Schmitz, die dem Anschlag im Pariser „Bataclan“ überlebte sowie Rechtspsychologe Professor Dietmar Heubrock.

„Es werden auch Frauen und Kinder als Attentäter eingeschleust“

Der Abend beginnt mit einer schockierenden Aussage, mit der sich Moderator Frank Plasberg an Letzteren wendet: „Ich habe gelesen, dass Sie als Polizeiberater dazu raten, dass Polizisten bei Übungen lernen, auf Frauen und Kinder zu schießen.“ Heubrock, der im Umgang mit Terrorismus eine gewisse Gelassenheit für sinnvoll hält, bleibt auch angesichts der Frage gelassen: „Es hört sich gruselig an, und das ist es auch. Aber wir haben Experimente gemacht und festgestellt, dass Frauen, die eine Bombenattrappe bei sich hatten, nicht identifiziert worden sind.“ 

Die Schlussfolgerung ist einfach: Künftig müssen auch Frauen und Kinder verstärkt kontrolliert werden. „Es werden Attentäterinnen oder auch Kinder eingeschleust“, sagt Heubrock. „Sogar Neugeborene werden benutzt. Die Sicherheitskräfte müssen sich darauf vorbereiten.“ 

Einen ähnlichen Ansatz hätten die Innenminister Bayerns und Baden-Württembergs bereits vor einigen Wochen vorgebracht - und dafür eine hitzige Diskussion und Unverständnis geerntet, sagt Thomas Strobl. „Es ist natürlich eine furchtbare Debatte, dass wir jetzt darüber nachdenken müssen, was wir machen, wenn Terroristen Jugendliche und Kinder für ihre Zwecke missbrauchen. Wahr ist aber auch: Wir wissen, dass sie genau das tun.“

Wie erkennt man Attentäter?

Die Runde widmet sich auch der Frage, wie man einen Terroristen erkennen könne. Dazu sagt Dietmar Heubrock: „In vielen Experimenten haben wir herausgefunden, dass der Attentäter alle Anzeichen eines hoch gestressten Menschen zeigt.“ Als da wären: „Ständiges an sich Herumfummeln, Nesteln an der Nase, an den Klamotten, den Fahrschein herausholen und wieder einstecken und wieder herausholen.“ 

Sich einem Attentäter mit bloßen Händen entgegenzustellen - wie es der englische Fußball-Fan Roy Larner in London getan hatte, der sich mit den Worten „Fuck you, I am Millwall“ auf die Terroristen stürzte - raten die Experten allerdings nicht. „Dafür gibt es unsere Polizei“, sagt Strobl. Achtsam sein heißt nicht, sich selber in die Schlacht zu werfen. Ansonsten feiern wir unsere Feste weiter. Wir lassen uns auch ein Schweineschnitzel und eine Halbe nicht verbieten.“ Dafür erntet der baden-württembergische Innenminister Beifall.

Rubriklistenbild: © Screenshot: ARD

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