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Der Vorschlag: Die Altersbezüge von Gutverdienern kappen, um die Renten von Geringverdienern aufzustocken. (Symbolbild)

DIW-Chef Zimmermann fordert neue Berechnungsformel

Experte: Hohe Renten kürzen

München - Im Kampf gegen drohende Altersarmut hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) eine radikale Rentenreform vorgeschlagen.

So sollen die Altersbezüge von Gutverdienern gekappt werden, um die Renten von Geringverdienern aufzustocken. Rentenversicherer, Sozialverbände und Politiker lehnten den Vorstoß einhellig ab.
Die neue Rentenformel des DIW berücksichtigt nicht nur die Dauer der Beitragszahlung, sondern auch die Lebenserwartung und das Einkommensniveau des Betroffenen. Die Vorschläge würden dazu führen, dass Arbeitnehmer mit einem jährlichen Bruttoeinkommen ab 37 000 Euro künftig weniger Rente bekommen würden als heute. Menschen mit niedrigeren Einkommen würden dagegen mehr Rente bekommen.

Die Forscher begründen die massive Umverteilung mit der längeren Lebenserwartung von Besserverdienenden. „Es ist bekannt, dass Leute mit hohem Einkommen länger leben“, sagte DIW-Forschungsprofessor Friedrich Breyer. DIW-Chef Klaus Zimmermann erhofft sich „mehr Gerechtigkeit im Rentensystem“, ohne dass die Steuerzahler zusätzlich belastet würden.

Die Vorschläge stießen auf massive Ablehnung. Die Rentenversicherer wiesen die Pläne als „systemfremd“ zurück. „Der Vorschlag des DIW stellt die bewährte leistungsgerechte Rentenversicherung auf den Kopf“, warnte Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU). Altersarmut sei ein gesamtgesellschaftliches Problem. „Es darf nicht auf die rentenversicherten Arbeitnehmer abgewälzt werden“, so die Ministerin. SPD-Fraktionschef Franz Maget sieht durch eine solche Umverteilung die Akzeptanz der gesetzlichen Rente gefährdet. Auch VdK-Chefin Ulrike Mascher äußerte sich kritisch: „Altersarmut muss auf anderem Wege bekämpft werden.“

sha

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