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Terrorismusforscher Peter Neumann gibt an, es würden immer mehr IS-Kämpfer in anderen Konflikten in der muslimischen Welt auftauchen.

Wegen zurückkehrender IS-Kämpfer

Experte Neumann warnt vor erhöhter Terrorgefahr durch IS

Berlin - Nach den militärischen Niederlagen der IS-Terrormiliz in Syrien und im Irak rechnet der Terrorismusforscher Peter Neumann mit einer erhöhten Anschlagsgefahr.

"Kurz- und mittelfristig könnte es im Westen zu mehr Terroranschlägen kommen“, sagte Neumann den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). Grund seien die nach Europa zurückkehrenden IS-Kämpfer. Er verwies dabei auf Studien, wonach zwischen 11 und 25 Prozent der Rückkehrer später Terroristen geworden seien. Neumann lehrt am Londoner King's College.

Angesichts der jüngsten Offensive der Anti-IS-Koalition im Norden Syriens sagte Neumann: „Es zeichnet sich das Ende der militärischen Präsenz des IS in seinem Kerngebiet in Syrien und im Irak ab. Die Terrormiliz hat dort massiv Territorium verloren. Es werden immer schlechtere und jüngere Kämpfer eingesetzt. Es ist ein Art 'Volkssturm' des IS“, sagte Neumann.

Gegenwärtig hält sich nach den Worten von Neumann noch die Hälfte der ehemals 30 000 ausländischen Dschihadisten in beiden Ländern auf. „Diese Leute sind das Vermächtnis des IS. Viele dieser Kämpfer werden dorthin zurückgehen, von wo aus sie aufgebrochen sind: in die Türkei. Wir müssen daher mit einer weiteren Destabilisierung der Türkei rechnen“, sagte er

Außerdem werde eine bedeutende Zahl dieser IS-Kämpfer in anderen Konflikten in der muslimischen Welt auftauchen, sagte Neumann. Denkbar sei auch, dass sie sich zu einem internationalen Terrornetzwerk zusammenschlössen, ähnlich Al-Kaida nach dem Konflikt in Afghanistan in den 1980er Jahren.

dpa

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