Ermordeter Journalist Khashoggi: Saudische Staatsanwaltschaft fordert Todesstrafen

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Gibt es eine zweite Trump-Amtszeit? Und baut Donald Trump seine Tochter zu seiner Nachfolgerin auf?

Die Gründe für seinen Erfolg 

Experten sicher: Trump wird wiedergewählt - baut er eine „Dynastie“ auf?

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Donald Trump polarisiert wie eh und je. Doch je länger er im Amt ist, desto sicherer sich sich Experten: Er wird wiedergewählt werden.

Washington - Kaum ein Tag vergeht, an dem das Netz nicht über Donald Trump lacht oder den Kopf schüttelt. An einem Tag nennt er seine Frau Melania Melanie, dann schockiert er in der Einwanderer-Debatte mit Sätzen wie "Das sind keine Menschen, das sind Tiere." Doch Fakt ist: 2020 steht die nächste Wahl an - und Trumps Chancen auf eine zweite Amtszeit stehen ausgezeichnet. Da sind sich Politik-Experten einig.

„Tagesthemen“-Moderator Ingo Zamperoni (44) beispielsweise: „Die Wahl Donald Trumps war damals zwar für viele ein Schock. Aber heute halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass Trump für eine zweite Amtszeit gewählt wird“, sagte er den Onlineportalen der Funke-Mediengruppe. Zamperoni muss es wissen: Er arbeitete als USA-Korrespondent, ist mit einer Amerikanierin verheiratet und veröffentlicht bald sein neues USA-Buch „Anderland“.

Ingo Zamperoni.

Viele seiner Wähler sind heute überzeugter denn je, dass sie den richtigen gewählt haben. Und je größer der Aufschrei gegen seine Politik ist, desto größer wird der Rückhalt bei seiner Wählerschaft“, sagte er.

Zamperoni steht mit dieser Meinung nicht alleine da. USA-Experte Prof. Thomas Jäger von der Universität Köln pflichtet ihm gegenüber der „Bild“ bei: „Ich denke seit Langem, dass Trump wiedergewählt wird.“

Für Trumps Wiederwahl sprechen vier Gründe:

Darum wird Trump wiedergewählt: Seine stabile Basis bei den Republikanern

In Umfragen unter Republikanern kommt Trump auf sagenhafte 95 Prozent Zustimmung. Jäger: „Am Anfang haben die Republikaner Widerstand angekündigt – und was ist davon übrig? Nichts. Der Gouverneur, John Kasich aus Ohio, hat sich nicht, wie erwartet, als Gegengewicht zu Trump aufgebaut, und Senator John McCain, einer der größten Trump-Kritiker, hat sich jetzt aufgrund seiner schweren Krankheit aus der Politik zurückgezogen.“

Laut dem Experten überzeuge Trump mit seiner Politik: Egal ob es um die Steuer-, Handelsreform oder die Nordkorea-Strategie geht. Der Präsident zeigt sich als starker Vertreter seiner Wähler im Ausland.

Zamperoni erklärt, wie sehr das europäische Image Trumps sich von dem bei seinen Anhängern in den Staaten unterscheidet: „In Europa gilt Trump als großer Lügner. Aber er hat auch viel von dem gemacht, was er angekündigt hatte: Steuersenkungen, die Ernennung konservativer Richter, der Ausstieg aus dem Iran-Vertrag“, sagte Zamperoni.

Darum wird Trump wiedergewählt: Demokraten aktuell zu schwach

Außerdem bröckelt der Widerstand. Es gibt keine Mobilisierung, keine Massenproteste, keine täglichen Stürme der Entrüstung im Internet. Zumindest nicht mehr. Jäger: „Das ist eine Art Abnutzungseffekt – es ist schwer, Menschen über einen so langen Zeitraum bei der Stange zu halten.“

Zudem fehle es an einem klaren Parteiprogramm, meint Jäger: „Nicht einmal, als es nach den Schul-Massakern landesweite Schüler-Proteste gegen die US-Waffengesetze gab, junge Menschen ihre Stimme gegen Trump erhoben haben und damit wirklich eine große Öffentlichkeit erreichten, wurde das von den Demokraten genutzt. Dabei wäre das eindeutig ihr Thema gewesen. Das hätten sie viel breiter unterstützen müssen.“

Darum wird Trump wiedergewählt: Es gibt keinen guten Gegenkandidaten

Ein vielversprechender Neuanfang nach der Wahlschlappe von Hillary Clinton ist ausgeblieben. Die Partei habe sich zu sehr auf die ehemalige Präsidentengattin verlassen, und auf den Obama-Effekt. Chuck Schumer, der Minderheitenführer im Senat, und Nancy Pelosi, Sprecherin der Demokraten im Repräsentantenhaus, seien ungeeignet, um gegen den polarisierenden Trump anzutreten, so Jäger. Aktuell gebe es keinen Kandidaten, der Trump ernsthaft herausfordern könne.

Darum wird Trump wiedergewählt: Er besitzt viel politisches Kalkül - und ist kein Dummkopf

Dass Trump viel mehr politisches Kalkül besitzt, als man es ihm in Europa zutraut - diese Meinung vertritt auch USA-Experte Dr. Josef Braml von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik gegenüber der „Bild“: „Trump wird hierzulande unterschätzt. Viele, die ihn als unfähigen Dummkopf darstellen und ihn mit ihren eigenen moralischen Maßstäben messen, verkennen, dass er sehr wohl strategische Ziele hat. Diese zieht er gnadenlos durch und sie werden Amerika und die Welt verändern. Trump betreibt im Innern einen radikalen Staatsabbau. Auch in den internationalen Beziehungen zerstört Trump die regelbasierte Weltwirtschaftsordnung, weil sie nach Meinung Trumps und seiner Wirtschafts- und Sicherheitsberater nur Amerikas Konkurrenten China und Europa helfe.“

Braml - Autor des Buchs „Trumps Amerika – Auf Kosten der Freiheit“ warnt die deutsche Wirtschaft: „Deutsche Politiker und Unternehmer sollten auf der Hut sein.“ Laut dem Präsidenten sei die EU nur zum Schaden der USA gegründet worden, und Deutschland missbrauche als Führungsmacht Europa dazu, gegen die Staaten vorzugehen.

Auch Braml glaubt an eine Wiederwahl: „Trump ist angetreten, den Einfluss des Staates auf die Wirtschaft und auf das Leben der Menschen so klein wie möglich zu machen. Dafür haben ihn seine Unterstützer zum amerikanischen Präsidenten gewählt. Dafür hat ihn die Wirtschaft finanziell gefördert. Und dafür könnte Trump ein zweites Mal gewählt werden.“

Gibt es bald eine Trump-„Dynastie“?

Die Frage, ob Trump überhaupt noch einmal antreten will, stellt sich für Jäger nicht. Vielmehr muss die Frage lauten - sehen wir bald noch andere Trumps in diesem Amt? „Ihm geht es nicht nur um das Amt, sondern auch darum, die Trump-Familie als politische Marke aufzubauen, wie es die Bushs oder Kennedys sind.“

Trump hält seine Tochter Ivanka von allen Skandalen fern. Sie und ihr Ehemann Jared Kushner, die beide offizielle Berater der US-Regierung sind, verschwinden stets sofort, wenn etwas am Image des Weißen Hauses kratzt. 

Ivanka Trump und Jared Kushner. Wird sie die erste Präsidentin der USA?

Jäger: „Stattdessen schickt Trump Ivanka zu den Top-Terminen, wie der Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem oder dem Frauen-Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel. So versucht er, seiner Tochter ein politisches Profil zu geben und sie zur ersten Präsidentin der Vereinigten Staaten aufzubauen.“

cg

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