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Corona-Gipfel: Das empfiehlt der Expertenrat - auch eine Forderung an Scholz ist dabei

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Von: Astrid Theil

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Scholz und Lauterbach auf Corona-Gipfel
Olaf Scholz und Karl Lauterbach bei der Vorstellung der Ministerinnen und Minister von der SPD Anfang Dezember 2021. (Archivfoto) © Michael Kappeler/dpa

Der Corona-Expertenrat empfiehlt in der aktuellen Omikron-Welle keine verschärften Maßnahmen, warnt allerdings vor dem Infektionsgeschehen.

Berlin - Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung hat kurz vor dem Corona-Gipfel am Montag die Lage neu bewertet. Angesichts der hohen Inzidenzwerte und Fallzahlen gab der Expertenrat in seinem Papier eine überraschende Empfehlung: Das Gremium empfiehlt keine neuen Verschärfungen der Corona-Maßnahmen. Stattdessen müssten die bereits bestehenden Regelungen beibehalten und konsequent verfolgt werden.

Nur falls die Hospitalisierungsrate in den kommenden Wochen kritische Marken überschreitet, seien weitere Maßnahmen notwendig. Das Gremium schreibt in der Stellungnahme allerdings nicht, welcher Wert als kritisch gelte und welche genauen Maßnahmen dann ergriffen werden sollten. Maßnahmen sollten bereits jetzt vorbereitet werden, damit sie - falls nötig - „ohne Verzögerung umgesetzt werden können“.

Corona-Expertenrat: Anstatt Verschärfungen sogar Lockerungen möglich

Anstatt Verschärfungen seien laut Expertenrat sogar Lockerungen möglich. Sollten Fallzahlen und Krankenhaus-Einweisungen zurückgehen, könnten Kontaktbeschränkungen stufenweise zurückgenommen werden. Allerdings wird auch gewarnt: Man solle sich nicht durch die derzeit niedrige Hospitalisierungsrate täuschen lassen. „Die Hospitalisierungsrate wird niedriger als bei der Delta-Variante erwartet, müsste aber eine ganze Größenordnung (etwa Faktor 10) niedriger liegen als im vergangenen Winter, um die erwartete hohe Fallzahl zu kompensieren und das Gesundheitssystem nicht zu überlasten.“

Von einer derart starken Reduktion sei aktuell trotz Impfungen nicht auszugehen. „Entsprechend sind bei weiter steigenden Inzidenzen sehr viele Krankenhausaufnahmen zu erwarten“, äußerte sich das Gremium in dem Papier. Durch die bestehende Kontaktreduktionen und das besonnene Verhalten der Bürger sei der international beobachtete steile Anstieg der Infektionszahlen in Deutschland zunächst verlangsamt worden. Der Expertenrat erwartet aber einen weiteren Anstieg, an dessen Höhepunkt Sieben-Tage-Inzidenzen „von mehreren Tausend regional erreicht werden könnten“.

Am Montag meldete sich auch Expertenrat-Mitglied Reinhard Berner mit der Forderung nach Erleichterungen für Schulkinder zu Wort.

Impfung als Mittel gegen immer wieder aufkommende Infektionswellen

Als wesentliche Maßnahme zur Überwindung der Corona-Pandemie betrachtet der Expertenrat weiterhin Kontaktbeschränkungen und die Impfung. Es sei daher „dringend erforderlich, die verbliebenen Immunitätslücken in der Gesellschaft durch Impfungen zu schließen“. Die Intensivierung der Booster-Kampagne habe daher eine hohe Priorität. Ansonsten müsse man immer wieder „mit starken Infektions- und Erkrankungswellen“ rechnen.

Der Expertenrat setzt sich aus 19 Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen unterschiedlicher Fachrichtungen zusammen. Die Empfehlungen des Gremiums, das auch mit der Datenerhebung und der Digitalisierung in der Pandemie beauftragt ist, wurden am Samstagabend (22. Januar) veröffentlicht. Am kommenden Montag (24. Januar) treffen sich Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidenten zu einem weiteren Corona-Gipfel, um über das weitere Vorgehen in der Omikron-Welle zu beraten. (at/dpa/afp)

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