+
Kreml-Chef Wladimir Putin muss vorerst keine Konsequenzen von Seiten der EU fürchten. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Syrien-Konflikt

Expertin: Putin kann nach EU-Gipfel aufatmen

Brüssel (dpa) - Der russische Präsident Wladimir Putin muss nach Einschätzung der Politikwissenschaftlerin Judy Dempsey nach dem EU-Gipfel absehbar keine Konsequenzen für seine Syrien-Politik fürchten.

"Russland weiß jetzt, dass die EU es nicht ernst meint", sagte Dempsey, die auch für die Denkfabrik Carnegie Europe arbeitet, der Deutschen Presse-Agentur.

Die 28 EU-Staats und Regierungschefs hatten bei ihrem Treffen in Brüssel zuvor einen Erklärungsentwurf noch nahezu in letzter Minute abgemildert. Die Chefs erklärten, dass man "alle verfügbaren Maßnahmen aktivieren" müsse, wenn die Bombardements in der nordsyrischen Stadt Aleppo nicht endeten. Einen Hinweis auf Sanktionen zu setzen, mache jetzt aber keinen Sinn, sagte etwa der italienische Regierungschef Matteo Renzi.

"Das zeigt einmal mehr die Kluft innerhalb der EU", sagte Dempsey. Einige EU-Staaten sähen Russland nach wie vor als wichtigen Partner.

Im Syrien-Konflikt will die EU, dass der syrische Machthaber Baschar al-Assad früher oder später abtritt. Moskau hingegen unterstützt ihn. Bombenangriffe auf von Assad-Gegnern gehaltene syrische Städte sind aus russischer Sicht Teil des Kampfes gegen die Terrormiliz IS. Der Westen und syrische Aktivsten werfen Russland jedoch vor, solche Angriffe richteten sich auch gegen andere Rebellen, um so das Assad-Regime zu stärken. Aleppo war zuletzt besonders umkämpft.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Weißes Haus befürchtet nach Prognose bis zu 240.000 Tote
Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus in den USA ist in den vergangenen Tagen dramatisch angestiegen. Die USA sind gemessen an der Zahl der bestätigten …
Weißes Haus befürchtet nach Prognose bis zu 240.000 Tote
Corona in den USA: Trump berät sich mit Erdogan - nicht nur wegen der Pandemie
Die USA werden zunehmen zum neuen Brennpunkt in der Corona-Krise - vor allem New York. Präsident Trump versucht zu reagieren. Unser News-Ticker.
Corona in den USA: Trump berät sich mit Erdogan - nicht nur wegen der Pandemie
Hessischer Finanzminister: Der Nachfolger von Thomas Schäfer steht fest
Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier gibt die Nachfolge des verstorbenen Finanzministers Thomas Schäfer bekannt. 
Hessischer Finanzminister: Der Nachfolger von Thomas Schäfer steht fest
Corona in Großbritannien: Premier Johnson unter Druck
In Vereinigten Königreich breitet sich das Coronavirus weiter schnell aus. Das Gesundheitssystem steht kurz dem Kollaps und Kritiker werfen inzwischen der Regierung vor, …
Corona in Großbritannien: Premier Johnson unter Druck

Kommentare