Corona-Testzentrum
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Bei einem Corona-Testzentrum in den Niederlanden detonierte ein Sprengsatz.

Minister „schrecklich schockiert“

Explosion an Corona-Testzentrum offenbar „gezielte Aktion“ - Holländischer Geheimdienst hegt bösen Verdacht

  • Josef Forster
    vonJosef Forster
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In den Niederlanden explodierte am Mittwochmorgen ein Sprengkörper bei einem Corona-Testzentrum. Zuvor gab es immer wieder Proteste gegen den Corona-Kurs der Regierung.

Update vom 3. März, 15.40 Uhr: Nach der Explosion bei einem Corona-Testzentrum im niederländischen Bovenkarspel ist die Polizei weiter auf der Suche nach Verdächtigen. Wie die AFP berichtet, riegeln die Behörden den Ort ab und lassen ihn von Beamten der Spurensicherung in weißen Overalls absuchen. Laut dem niederländischen Fernsehsender NOS suchten Entschärfungsteams vor Ort nach möglichem weiteren explosiven Material.

Wie die Polizei mitteilte, handelt es sich bei der Explosion wohl um eine geplante Tat. „Es ist nicht möglich, dass das aus Versehen passiert ist, das Objekt wurde dort platziert und explodierte nahe der Front des Testzentrums“, sagte Polizeisprecher Menno Hartenberg der Nachrichtenagentur AFP.

Explosion bei Corona-Testzentrum: Niederländischer Minister „schrecklich schockiert“

Während die Behörden weiter auf Tätersuche sind, verurteilt der niederländische Gesundheitsminister Hugo de Jonge die Tat scharf. Im Hinblick auf die Mitarbeiter im Gesundheitsbereich schreibt er auf Twitter: „Seit über einem Jahr haben wir uns jetzt stark auf die Menschen an der Frontlinie gestützt. Und dann das. Wahnsinnig.“ Über den Anschlag seien die Gesundheitsbehörden „schrecklich schockiert“. Die örtliche Gesundheitsbehörde GGD verurteilte den Vorfall als „aggressiv und einschüchternd“.

Wie das Portal Business Insider schreibt, hatten niederländische Behörden bereits zuvor vor Anschlägen aus dem verschwörungstheoretischen Milieu gewarnt. „Die Attacke scheint von jemandem durchgeführt worden zu sein, der sich durch die Pandemie angestachelt fühlte“, zitiert das Portal einen Geheimdienstmitarbeiter. Entsprechende Gefahren seien vielen Beobachtern bewusst, allerdings sei das Vorgehen etwaiger Täter schwer vorherzusagen, da es sich überwiegend um „kranke Einzeltäter“ handele. Verschwörungstheorien seien zuvor von Politikern in den Sozialen Medien verbreitet worden.

Explosion an Corona-Testzentrum offenbar „gezielte Aktion“: Polizei in Holland sucht Sprengsätze

Erstmeldung vom 3. März: Bovenkarspel - Bei einem Corona-Testzentrum im nordholländischen Bovenkarspel ist ein Sprengkörper explodiert. Personen kamen nicht zu Schaden, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Die Polizei geht von einer gezielten Aktion aus, wie ein Sprecher im Radio sagte. Das Zentrum befindet sich in der Kleinstadt rund 50 Kilometer nördlich von Amsterdam. Kurz vor 7.00 Uhr explodierte bei dem Zentrum nach Polizeiangaben ein Metall-Rohr. Fünf Fensterscheiben seien zu Bruch gegangen. Zu dem Zeitpunkt war nur ein Wachmann anwesend, wie die Polizei mitteilte. Der sei nicht verletzt worden.

Corona in den Niederlanden: Gezielte Attacke auf Testzentrum? Polizei sucht nach Sprengsätzen

Sprengstoff-Experten der Polizei untersuchten das Gelände nach möglichen weiteren Sprengsätzen. Angaben zu möglichen Tätern machte die Polizei nicht. Ende Januar war bei Protesten gegen den Lockdown in der Kleinstadt Urk im Nordosten Amsterdams ein Testzentrum angezündet worden. In den Niederlanden sorgt der Corona-Kurs der Regierung seit Monaten für Aufregung. Vor allem gegen die nächtliche Ausgangssperre bis zum 15. März regten sich zuletzt heftige Proteste. Bei den Ausschreitungen wurden im Januar nach Informationen der AFP rund 400 Menschen festgenommen. (AFP/dpa/jjf)

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