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Eine Verletzte wird nach der Explosion in Bangkok weggetragen.

36 Verletzte

Explosion bei Massenprotest in Bangkok

Bangkok - Ein Sprengsatz macht den friedlichen Demonstrationen in Bangkok ein Ende. Mindestens 36 Menschen werden verletzt.

Ein Sprengsatz hat am fünften Tag der Massenproteste gegen die thailändische Regierung mindestens 36 Menschen verletzt. Das Geschoss wurde am Freitag bei einem Protestmarsch in der Innenstadt in die Menge geworfen und explodierte. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden erlitten die Menschen leichte Verletzungen an den Beinen. Protestanführer Suthep Thaugsuban war nur 100 Meter entfernt, blieb aber unverletzt, wie der Fernsehsender „BlueSky“ berichtete. Die Polizei fahndete nach den Tätern.

Die US-Botschaft rief Amerikaner erneut dringend zu Wachsamkeit auf. Sie sollten sich von Menschenansammlungen fernhalten. Das empfehlen auch die deutsche und andere Botschaften immer wieder dringend. „Selbst friedlich gemeinte Demonstrationen können ohne Warnung gewalttätig werden“, hieß es auf der Webseite der US-Botschaft.

Andernorts in Bangkok formierten sich Dutzende Anhänger der Regierung. Sie wollten Demonstranten konfrontieren, die einen Regierungskomplex belagern, berichtete die Zeitung „Nation“. Sicherheitskräfte bauten zwischen den beiden Lagern Barrieren auf.

Riesenprotest: Bangkok im Ausnahmezustand

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Die seit Wochen andauernden Proteste mit teils mehr als 100:000 Teilnehmern waren bislang weitgehend friedlich verlaufen. Polizei und Armee hatten mehrfach Sorge vor Gewalt geäußert, entweder durch Zusammenstöße mit Regierungsanhängern oder durch Provokateure, die Chaos schaffen und einen Militärputsch provozieren wollen. Mehr als 15 000 Polizisten und Soldaten sind im Einsatz.

Bei Massenprotesten gegen die Vorgängerregierung waren 2010 mehr als 90 Menschen ums Leben gekommen. Suthep war damals Vize-Regierungschef. Er ordnete ein hartes Durchgreifen an und ist deshalb wegen Mordes angeklagt.

Suthep will die Regierung von Premierministerin Yingluck Shinawatra  stürzen. Er wirft der Shinawatra-Familie, die seit 2001 jede Wahl gewonnen hat, Korruption vor. Sie habe Stimmen gekauft und Schaltstellen der Macht mit gefügigen Anhängern besetzt. Deshalb will Suthep die Wahlen am 2. Februar verhindern, die Yingluck nach Umfragen wieder gewinnen würde. Er will einen ernannten Technokratenrat auf unbestimmte Zeit mit der Regierungsführung betrauen, der politische Reformen umsetzen soll.

Wahl-Verschiebung abgelehnt

Yingluck lehnte die Verschiebung der Wahlen erneut ab. Das Gesetz lasse das nicht zu, sagte sie vor Vertretern ausländischer Medien. Ihre Familie ziehe sich auch nicht aus der Politik zurück. „Unsere Familie ist ein Opfer“, sagte sie. „Wir machen nur unsere Arbeit, und wenn man uns loswerden will, kann man das nur durch Wahlen tun.“

Yingluck dementierte, dass ihr 2006 als Regierungschef gestürzter Bruder Thaksin die Regierungspolitik bestimme. Auf die Frage, ob sie ihren Bruder konsultiere, sagte sie: „Nein, ich konsultiere mein Kabinett und die Spitzenbeamten.“ Thaksin lebt im Exil. Kabinettsmitglieder hatten in Interviews berichtet, dass er schon über Skype an Kabinettssitzungen teilgenommen habe und die Politik der Regierungspartei Pheu Thai bestimme.

dpa

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