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Britische Polizisten stehen um das rosa Boot herum, das die „Extinction Rebellion“ zu einem Zentrum ihrer Proteste am Karfreitag gemacht hatte.

Nach Straßenblockaden

700 Aktivisten festgenommen: Britische Polizei greift hart gegen Klimaschützer durch

Ein rosa Boot mit einem Filmstar, Sitzblockaden auf Brücken, mit Spezialkleber an Zäune anheften. Der Protest von Klimaschützern in London ist weitgehend friedlich. Dennoch bekommen sie Gegenwind.

London/Paris - Die britische Polizei hat in fünf Tagen fast 700 Klimaschützer in London festgenommen. Bis zum Freitagabend waren mehr als 680 Personen festgesetzt worden, sagte ein Sprecher von Scotland Yard der Deutschen Presse-Agentur in London.

Die Umweltaktivisten waren einem Aufruf der Bewegung Extinction Rebellion (Rebellion gegen die Auslöschung) gefolgt, friedlich gegen die globale Erwärmung zu demonstrieren. Sie blockierten Straßen und Brücken zum Beispiel in Parlamentsnähe.

An der Aktion beteiligte sich auch die britische Schauspielerin Emma Thompson. Sie hielt am Freitag auf einem rosafarbenen Boot an der beliebten Einkaufsmeile Oxford Circus eine Rede für den Umweltschutz. Der Klimawandel sei das „größte Problem in der Geschichte der Menschheit“, sagte die Schauspielerin. „Unser Planet ist in ernsthaften Schwierigkeiten“, rief Thompson der Menge zu.

Die Schauspielerin Emma Thompson am Freitag im Einsatz gegen den Klimawandel.

Auch Betrieb am Flughafen Heathrow sollte gestört werden - doch es bleibt ruhig

Eine Drohung der Umweltaktivisten, am Freitag den Betrieb des Londoner Großflughafens Heathrow mitten in den Osterferien zu stören, blieb folgenlos. Nur eine kleine Gruppe von Demonstranten fand sich am Airport ein; der Flugverkehr wurde dadurch nicht beeinträchtigt. Für Samstag kündigten die Aktivisten dort eine weitere Aktion an.

Drei Personen hatten bereits am Mittwoch den öffentlichen Nahverkehr gestört, indem sie sich mit einer speziellen Substanz von außen an einen Zug klebten. Es kam nur zu geringfügigen Verspätungen. Weitere Demonstranten hatten sich an einen Gartenzaun am Grundstück von Oppositionsführer Jeremy Corbyn in der Hauptstadt geklebt. Auch im November hatte es schon ähnliche Proteste gegeben.

Klimaaktivisten wollen friedlich demonstrieren - stoßen aber auf wenig Gegenliebe bei den Londonern

Nach Angaben des britischen Innenministers Sajid Javid sind mehr als 1000 Polizisten pro Tag mit den Demonstranten in London beschäftigt. Die Umweltaktivisten setzen auf weitgehend friedliche Aktionen, die von der Öffentlichkeit unterstützt werden. Nach einer YouGov-Umfrage ist ihnen das allerdings in der britischen Hauptstadt nicht gelungen: Nur 36 Prozent von 3561 befragten Briten heißen die Proteste gut, 52 Prozent lehnen sie dagegen mehr oder weniger ab.

Hunderte Klima-Aktivisten demonstrierten am Freitag auch im westlich von Paris gelegenen Hochhaus- und Geschäftsviertel La Défense gegen die ihrer Ansicht nach „giftige Allianz“ multinationaler Unternehmen und Staaten. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete, waren Dutzende Demonstranten vor dem Eingang des Gebäudes des Ölkonzerns Total präsent. Sicherheitskräfte entfernten rund 100 Menschen von dem Gebäude des staatlichen Energiekonzerns EDF. Beim Einsatz in La Défense setzte die Polizei laut AFP auch Tränengas ein.

Großbritannien muss sich weiter mit dem Brexit auseinandersetzen - und mit wieder aufflammender Gewalt in Nordirland. Die junge Klimaaktivistin Greta Thunberg hat am Freitag unterdessen Papst Franziskus in Rom getroffen.

Sri Lanka wurde von mehreren Terror-Anschlägen erschüttert. Hunderte Menschen starben und wurden schwer verletzt. 

dpa

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