+
Frankreichs Außenminister Fabius.

"Sehr riskant"

Frankreich warnt vor britischer EU-Initiative

Paris - Vor einem Paris-Besuch des britischen Premierministers David Cameron hat die französische Regierung dessen Pläne für ein Referendum über einen EU-Austritt kritisiert.

"Das ist eine sehr riskante Sache", sagte Außenminister Laurent Fabius im Sender France Inter zum geplanten Memorandum über einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union. "Ich finde den Prozess ziemlich gefährlich". Großbritannien würde bei einem Austritt "sicherlich" am meisten verlieren, die Auswirkungen wären aber auch für Europa "negativ". "Wenn ein so wichtiges Land Europa verlassen würde, ergäbe das eine extrem schlechte Stimmung in Europa", sagte Fabius.

"Die britische Bevölkerung ist es gewohnt, dass ihr gesagt wird: 'Europa ist eine schlechte Sache'", sagte Fabius weiter. "Wenn sie nun befragt wird, gibt es ein Risiko, dass sie ebenfalls sagt, dass Europa eine schlechte Sache ist."

Frankreich hoffe auf einen Verbleib Großbritanniens. "Wir sagen ja zu einer Verbesserung der Europäischen Union, gleichzeitig können wir aber einer Demontage nicht zustimmen.", fügte der Außenminister hinzu und spielte damit auf Camerons Vorschläge für eine Reform der EU an.

Die französische Regierung werde sich die Vorschläge des britischen Premiers David Cameron anhören, sagte Fabius. Cameron wurde am Donnerstagabend zu einem Arbeitsessen mit Frankreichs Präsidenten François Hollande und Fabius in Paris erwartet.

Cameron will vor dem Referendum über einen Verbleib in der EU bessere Bedingungen für Großbritannien aushandeln, dabei geht es unter anderem um den Umgang mit Einwanderern und um die Rückübertragung von Kompetenzen nach London. Am Freitag wird er in Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) treffen.

dpa/Afp

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Asyl-Streit in der Union: Umfrage-Schock für Merkel - kaum Rückendeckung für die Kanzlerin 
Die Asyl-Krise zwischen Angela Merkel und Horst Seehofer spitzt sich zu. Zwei Wochen hat die Kanzlerin nun Zeit, um einen Bruch abzuwenden. Alle Entwicklungen rund um …
Asyl-Streit in der Union: Umfrage-Schock für Merkel - kaum Rückendeckung für die Kanzlerin 
Giftfund in Köln: Anschlagsvorbereitungen weit gediehen
Ein Mann stellt wochenlang in seiner Kölner Hochhauswohnung extrem gefährliches Rizin her. Genug Bio-Gift, um Menschen zu töten. Nach Einschätzung des …
Giftfund in Köln: Anschlagsvorbereitungen weit gediehen
Zschäpe-Verteidigerin: NSU war keine terroristische Vereinigung
Beate Zschäpes Anwältin Anja Sturm zweifelt an, dass der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) im rechtlichen Sinn eine terroristische Vereinigung gewesen sei.
Zschäpe-Verteidigerin: NSU war keine terroristische Vereinigung
Verteidigerin: NSU war keine terroristische Vereinigung
Das letzte Plädoyer im NSU-Prozess nähert sich dem Ende: Zschäpe-Verteidigerin Anja Sturm setzt ihren Vortrag fort.
Verteidigerin: NSU war keine terroristische Vereinigung

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.