Terrorabwehr

Facebook löscht Millionen Beiträge mit IS-Propaganda

1,9 Millionen Beiträge mit Propaganda für den Islamischen Staat und Al-Kaida hat Facebook in den letzten Monaten gelöscht. Die terroristischen Inhalte würden schneller erkannt als früher.

Das Online-Netzwerk Facebook hat Erfolge seines verstärkten Kampfs gegen islamistische Propaganda unter seinen Nutzern verkündet: In den ersten drei Monaten dieses Jahres seien 1,9 Millionen Beiträge mit Propaganda für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) oder das Netzwerk Al-Kaida gelöscht worden, teilten die Facebook-Manager Monika Bickert und Brian Fishman am Montag mit. Das seien fast doppelt so viele wie im Vorquartal.

Ermöglicht werde die verstärkte Terrorabwehr im Internet durch verbesserte Software zur automatischen Erkennung solcher Inhalte und durch eine Aufstockung des Anti-Terror-Teams von 150 auf 200 Mitarbeiter. Inzwischen dauere es im Schnitt weniger als eine Minute, bis islamistische Inhalte nach dem Hochladen entdeckt würden.

Lesen Sie auch: Hassreden, Mobbings, Terror-Propaganda: Und Zuckerberg macht wenig Hoffnung

Facebook bescheinigt sich bedeutende Fortschritte

Das Unternehmen entferne inzwischen "die große Mehrheit dieser Inhalte", erklärten Bickert und Fishman. "Terrorgruppen versuchen ständig, unsere Schutzsysteme zu umgehen, deswegen müssen wir uns fortlaufend weiterentwickeln." Wegen Verstößen gegen die Richtlinien würden einzelne Beiträge, aber auch komplette Profile und Gruppen entfernt, erklärten die Manager. "Wir haben bedeutende Fortschritte beim Aufspüren und schnellen Entfernen solcher Propaganda im großen Maßstab gemacht."

Bickert und Fishman betonten, dass Facebook seine politische und weltanschauliche Neutralität wahren wolle. "Es geht um die Frage, ob Gewalt eingesetzt wird, um Ziele zu erreichen", erklärten sie. Facebook nutze eine Definition des Terrorismus, unter die religiöser Extremismus ebenso fallen kann wie gewalttätiger Separatismus, weißer Rassismus oder militanter Umweltschutz.

Auch interessant: Müssen viele Nutzer bald ohne Whatsapp auskommen?

Facebook definiert Terrorismus nach eigenen Angaben als "jede Nichtregierungsorganisation, die sich vorsätzlichen Gewaltakten gegen Personen oder Gegenstände verschreibt, um Zivilisten, Regierungen oder internationale Organisationen einzuschüchtern, um damit ein politisches, religiöses oder ideologisches Ziel zu erreichen".

Auch Twitter löschte Millionen Beiträge

Anfang des Monats hatte bereits der Kurzbotschaftendienst Twitter mitgeteilt, eine Million Beiträge wegen "Förderung des Terrorismus" gelöscht zu haben. Online-Netzwerke wie Facebook und Twitter stehen unter verstärktem Druck, gegen Dschihadismus und andere Formen des Extremismus vorzugehen. Zugleich wollen sie weiterhin eine neutrale Plattform für die freie Meinungsäußerung bleiben.

afp

Rubriklistenbild: © dpa / Lino Mirgeler

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

EuGH: Polen muss Zwangspensionierung von Richtern stoppen
Schallende Ohrfeige für Polen: Das höchste Gericht der EU erlässt im Streit um die Rechtsstaatlichkeit in dem Land eine einstweilige Anordnung. Hält sich die Regierung …
EuGH: Polen muss Zwangspensionierung von Richtern stoppen
Hunderte Migranten überwinden Zaun an Grenze zu Mexiko
Die Lage an der Grenze zwischen Mexiko und Guatemala ist angespannt. Steine fliegen in die Richtung von Polizisten, Hunderte Migranten aus Mittelamerika klettern über …
Hunderte Migranten überwinden Zaun an Grenze zu Mexiko
Beckstein bei Markus Lanz zu Seehofer-Zukunft: „Ich kenne meine Partei ...“
Weiter Stillstand in der CSU: Ganz so klang Günther Beckstein am Donnerstag als Gast von Markus Lanz. Dabei war er einst in der gleichen Situation wie seine …
Beckstein bei Markus Lanz zu Seehofer-Zukunft: „Ich kenne meine Partei ...“
„Der letzte Tag, an dem sie selbst entscheiden kann ...“: CDU-Größen zählen anonym Merkel an
Nicht nur für Horst Seehofer, auch für Angela Merkel könnte es nach der Hessen-Wahl eng werden. Die CDU-Chefin wird aus den eigenen Reihen angezählt.
„Der letzte Tag, an dem sie selbst entscheiden kann ...“: CDU-Größen zählen anonym Merkel an

Kommentare