Kommentar

Facebook will Falschnachrichten markieren: Ein Anfang, nicht mehr

  • schließen

München - Es ist ein cleveres Manöver von Facebook, möglicherweise gefälschte Nachrichten bald von unabhängigen Journalisten des Recherchebüros „Correctiv“ prüfen zu lassen. Ein Kommentar von Maximilian Heim.

Einerseits signalisiert das Unternehmen damit seine Bereitschaft, endlich gegen den massenhaft verbreiteten Informationsmüll – von erfundenen Vergewaltigungen durch Flüchtlinge bis zu falschen Politiker-Zitaten – vorzugehen. Das ist überfällig, weil viele Menschen Facebook längst als Nachrichtenportal nutzen. Und weil Lügen großen Einfluss auf Wahlkämpfe und gesellschaftliche Stimmungen nehmen können.

Die Ankündigung verdeckt allerdings einen anderen Aspekt. Weil Facebook weiterhin vermeiden will, als Medienunternehmen aufzutreten, lagert es die redaktionelle Einordnung der Inhalte aus. Damit entzieht sich der Konzern selbst jeglicher Verantwortung, wie etwa der presserechtlich verankerten Sorgfaltspflicht. Politik und Justiz sollten das auf Dauer nicht akzeptieren.

Angesichts vieler zweifelhafter Nachrichten mögen Warnungen vor Lügengeschichten eine erfreuliche Verbesserung darstellen. Noch besser wäre es aber, wenn Facebook endlich konsequent Hasskommentare und wüste Beleidigungen löschen würde.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Terroranschlag in Barcelona: Angeblich drei deutsche Todesopfer
Der mutmaßliche Haupttäter von Barcelona ist laut einem spanischen Medienbericht tot. Der 17-jährige Moussa Oukabi soll der Fahrer des Lieferwagens sein, der in eine …
Terroranschlag in Barcelona: Angeblich drei deutsche Todesopfer
Terror in Barcelona: Was wir am Samstag sicher wissen - und was nicht
Der Terroranschlag von Barcelona stellt sich wohl als Werk einer organisierten Gruppe heraus. Die Ermittler ordneten der mutmaßlichen Terrorzelle drei Vorfälle zu.
Terror in Barcelona: Was wir am Samstag sicher wissen - und was nicht
Nach Präsidentenwahl in Kenia: Opposition legt Einspruch ein
Kenias Opposition will das Wahlergebnis von vor rund einer Woche nicht anerkennen. Die Computer seien manipuliert worden, lautet einer der Vorwürfe. 
Nach Präsidentenwahl in Kenia: Opposition legt Einspruch ein
Rechte „Identitäre“ in Barcelona nicht willkommen
Nach dem Terroranschlag von Barcelona marschierten Mitglieder der Identitären Bewegung in der Stadt auf. Passanten stellten sich den Rechten entgegen.
Rechte „Identitäre“ in Barcelona nicht willkommen

Kommentare