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Facebook will Falschnachrichten markieren: Ein Anfang, nicht mehr

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München - Es ist ein cleveres Manöver von Facebook, möglicherweise gefälschte Nachrichten bald von unabhängigen Journalisten des Recherchebüros „Correctiv“ prüfen zu lassen. Ein Kommentar von Maximilian Heim.

Einerseits signalisiert das Unternehmen damit seine Bereitschaft, endlich gegen den massenhaft verbreiteten Informationsmüll – von erfundenen Vergewaltigungen durch Flüchtlinge bis zu falschen Politiker-Zitaten – vorzugehen. Das ist überfällig, weil viele Menschen Facebook längst als Nachrichtenportal nutzen. Und weil Lügen großen Einfluss auf Wahlkämpfe und gesellschaftliche Stimmungen nehmen können.

Die Ankündigung verdeckt allerdings einen anderen Aspekt. Weil Facebook weiterhin vermeiden will, als Medienunternehmen aufzutreten, lagert es die redaktionelle Einordnung der Inhalte aus. Damit entzieht sich der Konzern selbst jeglicher Verantwortung, wie etwa der presserechtlich verankerten Sorgfaltspflicht. Politik und Justiz sollten das auf Dauer nicht akzeptieren.

Angesichts vieler zweifelhafter Nachrichten mögen Warnungen vor Lügengeschichten eine erfreuliche Verbesserung darstellen. Noch besser wäre es aber, wenn Facebook endlich konsequent Hasskommentare und wüste Beleidigungen löschen würde.

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