+
Der Diktator von Nordkorea: Kim Jong Un.

Fakt oder Fake?

Kim Jong Un fordert Bürger offenbar auf, Hundefleisch zu essen

  • schließen

München - Der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un soll seine Bürger dazu aufgefordert haben, mehr Hundefleisch zu essen. So wolle er den Hunger seines Volkes stillen. Was steckt hinter der Meldung?

Der Machthaber Kim Jong Un ist nicht gerade für weise und wohlabgewogene Entscheidungen bekannt. Daher machte eine Meldung in den letzten Tagen schnell die Runde: Der Machthaber soll seine Bevölkerung, die teilweise in bitterster Armut lebt, dazu aufgefordert haben mehr Hundefleisch zu essen. Unter Berufung auf dieKorean Times schreibt Bild, der Diktator propagiere Hundefleisch als Lösung des Elends. Hintergrund soll ein Versorgungsengpass sein, der der jahrzehntelangen Misswirtschaft geschuldet ist. Eine staatliche Kampagne habe der hungernden Bevölkerung das Fleisch von Hunden als besonders vitaminreich und gesund angepriesen. Als Tötungsmethode für die Tiere, soll der zentrale nordkoreanische Fernsehsender das Totprügeln empfehlen. Noch bevor das Tier stirbt, solle die Haut abgezogen werden. Das verbessere den Geschmack und die Qualität des Fleischs. 

In einigen asiatischen Kulturkreisen hat der Verzehr von Hundefleisch Tradition. In Teilen von China, Vietnam und Korea wird diese Tradition noch heute gepflegt und gilt als normal. In Nordkorea bezeichnet man Hundefleisch laut Korean Times als "dangogi", wörtlich übersetzt mit süßem Fleisch. Internationale Tierschutzorganisationen wie Peta decken immer wieder Missstände in Hundefarmen auf. Die Tiere sind bereits vor ihrer meist grausamen Schlachtung mehr tot als lebendig. In einem Artikel vom 15. August berichtet die Korean Times detailliert von den Unternehmungen, die das nordkoreanische Regime unternommen haben soll, um ihrer Bevölkerung Hundefleisch schmackhaft zu machen. Seit Juni diesen Jahres läuft die Propagandamaschine demnach auf Hochtouren. Im Radio würden die Vorzüge angepriesen. Im staatlichen Fernsehen sei im August ein Restaurant vorgestellt worden, das Hundefleisch anbietet.

Der Autor zitiert zwar konkrete Quellen, wie die Korean Central Broadcasting Station (KCBS) oder DPRK Today, ein Propaganda Kanal bei YouTube. Verlinkungen fehlen allerdings völlig. Die Videos der Sender sind bei YouTube öffentlich zugänglich. Die Korean Times ist eine der drei großen englischsprachigen Tageszeitungen in Südkorea und gilt als seriöse Quelle. In Südkorea steht Hundefleisch ebenfalls auf der Speisekarte, wird seit einem Skandal allerdings immer unbeliebter. Die Schlussfolgerung, die beispielsweise Bild aus dem Artikel der Korean Times zieht, dass der Diktator damit die Ernährung seiner Bevölkerung sicherstellen möchte, fehlt in dem Artikel der Korean Times. Denkbar wäre zum Beispiel auch, dass der Diktator versucht alte Traditionen wieder aufleben zu lassen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Israels Armee nimmt nach Anschlag Bruder des Attentäters fest
Israel reagiert mit einer Razzia auf den tödlichen Anschlag auf eine Familie in einer Siedlung im Westjordanland. Nach blutigen Unruhen wegen eines Streits um den …
Israels Armee nimmt nach Anschlag Bruder des Attentäters fest
Rufe nach schärferer Absage an Rot-rot-grün in der SPD
Mehrere SPD-Politiker haben sich zwei Monate vor der Bundestagswahl gegen eine Koalition mit der Linken ausgesprochen.
Rufe nach schärferer Absage an Rot-rot-grün in der SPD
Seehofer wettert gegen Türkei - und lobt Merkel
Es sind deutliche Worte an die Adresse des türkischen Präsidenten Erdogan: CSU-Chef Seehofer nennt die politischen Verhältnisse in dem Land unerträglich. Beim …
Seehofer wettert gegen Türkei - und lobt Merkel
96,7 Prozent - Aigner als CSU-Bezirkschefin bestätigt
Germering - Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner bleibt Vorsitzende des CSU-Bezirksverbandes Oberbayern. Bei der Mitgliederversammlung erhielt sie sogar noch etwas …
96,7 Prozent - Aigner als CSU-Bezirkschefin bestätigt

Kommentare