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AfD-Chefin Frauke Petry diskutierte im Mai bei "Anne Will" zum Thema Integrationsgesetz.

Faktencheck entlarvt

Welche Politiker in TV-Talks den meisten Unfug erzählen

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Köln - Geredet wird viel bei Anne Will, Maischberger & Co. - aber stimmt auch alles, was die Politiker von sich geben? Ein Faktencheck fällt ernüchternd aus.

Fast jeden Abend diskutieren Politiker in TV-Talkshow wie "Anne Will" und "Hart aber fair" über aktuelle Themen. Dabei werfen sich die Politiker stakkatoartig Behauptungen und Thesen an den Kopf. Kein Zuschauer kann da überprüfen, ob die Fakten auch stimmen, mit denen die Diskussionsteilnehmer ihre Thesen untermauern. 

Journalistenschüler aus Köln haben uns diese Arbeit abgenommen und in einem großangelegten Faktencheck untersucht, wie oft die Politiker in TV-Talkshows mit ihren Aussagen daneben liegen. Sie nahmen sich die Talkshows  „Anne Will“, „Hart aber fair“, „Maybrit Illner“ und „Menschen bei Maischberger“ im Zeitraum vom 1. Dezember 2015 bis 20. März 2016 vor und wählten von den sieben größten Parteien diejenigen Politiker aus, die am häufigsten in den Talkshows zu Gast waren. Die Thesen dieser sieben Politiker überprüften sie durch Recherche auf ihren Wahrheitsgehalt - insgesamt 701 Aussagen.

Jede siebte Aussage in Polit-Talkshows ist falsch

Das Ergebnis: Knapp 14 Prozent der Aussagen, die die Politiker in den Talkshows machten, waren falsch - also jede siebte Behauptung. Besonders negativ fällt AfD-Chefin Frauke Petry auf: 26,3 Prozent ihrer Behauptungen bei "Anne Will" & Co. entlarvten die Journalistenschüler als falsch oder überwiegend falsch. Der Anteil an komplett falschen Aussagen war bei ihr besonders hoch und lag bei 15 Prozent. Dem Faktencheck nicht standhalten konnten zum Beispiel Petrys Aussagen „Aus der Türkei können immer noch Asylanträge in Deutschland gestellt werden“ und "Die SPD fordert eine Obergrenze für Flüchtlinge".

Auf Platz 2 der Falschaussagen landete der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU): 21,9 Prozent seiner Aussagen bewerteten die Journalistenschüler als falsch oder überwiegend falsch. Untersucht wurden außerdem die Talkshow-Thesen von Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckhardt (16,3 % Falschaussagen), Linken-Parteivorsitzende Katja Kipping (15,9 %), FDP-Mann Christian Lindner (12,5 %), SPD-Abgeordneter Thomas Oppermann (9,1 %) und CDU-Politiker Armin Laschet (6,5 %).

Parteien reagieren unterschiedlich auf den Faktencheck

Und wie haben die Politiker auf den Faktencheck, der für sie nicht gerade schmeichelhaft ausfällt, reagiert? Unterschiedlich: "Während die Pressestellen von CDU und Bündnis 90/Die Grünen ausführliche Begründungen zu mehr als 20 Aussagen lieferten, begnügte sich die AfD mit dem Hinweis, dass ,es der Zeit- und Terminplan von Frau Dr. Petry im Moment nicht zulässt, umfassend Stellung zu den aufgeworfenen Aspekten zu nehmen'", schreibt die Faktencheck-Gruppe. Stellung bezog Frauke Petry allerdings über ihren Facebook-Auftritt. Die Kölner Journalistenschüler hätte "vollkommen zutreffende Aussagen als falsch bewertet", kritisiert sie. 

Kritik am Faktencheck: "Ergebnisse objektiv unwahr"

Es gibt jedoch auch Kritik an dem Projekt der Studenten der Kölner Journalistenschule: Der "Handelsblatt"-Journalist Norbert Häring machte auf seinem Blog norberthaering.de einen Gegencheck, was die Aussagen von Markus Söder betrifft, die die Journalistenschüler als falsch bewerteten. Sein Ergebnis: Bis auf eine Aussage lag Söder mit seinen Talkshow-Thesen richtig bzw. überwiegend richtig. Ein Sprecher des bayerischen Finanzministeriums sagte gegenüber unserem Portal: "Die Ergebnisse des so genannten Faktenchecks sind objektiv unwahr, unseriös und manipulativ. Sie wurden von Experten im Internet bereits zerlegt."

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