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Kultus-Staatssekretär Georg Eisenreich gilt als erste Option für die Haderthauer-Nachfolge.

Seehofer verschärft Kritik

Fall Haderthauer: CSU denkt über Nachfolge nach

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München – In der CSU kursieren Gedankenspiele für eine Nachfolge von Staatskanzleichefin Christine Haderthauer.

Sollte die Ministerin die Modellauto-Affäre politisch nicht überstehen, müsste schnell ein Nachfolger gefunden werden, um das Regierungs-Management aufrecht zu erhalten. Proporz und lästige Formalien machen das zum Puzzle.

Bisher ist das 17-köpfige Kabinett von Horst Seehofer bis ins Detail nach Proporz ausgetüfelt. Aus jedem der zehn CSU-Bezirksverbände, selbst aus den kleinsten und zerstrittensten, sitzt mindestens ein Abgeordneter am Kabinettstisch. Sollte die Oberbayerin Haderthauer fallen, wird der Bezirk Anspruch auf die Nachfolge erheben. Weil die Staatskanzlei-Führung aber als herausragend gilt, dürfte da kein Neuling aus der Fraktion ans Ruder kommen. Das lehrt schon die Erfahrung: Seit 1995 wechselten Staatskanzleiminister zwar sieben Mal, stets aber bekamen nur Politiker den Posten, die zuvor mindestens Staatssekretär waren.

Kultus-Staatssekretär Eisenreich gilt als erste Option

Eine solche Rochade ist auch aktuell wahrscheinlich. Kultus-Staatssekretär Georg Eisenreich (43) gilt als erste Option. Der Münchner managte im Hintergrund den für die CSU in der Summe erfolgreichen Kommunalwahlkampf in der Landeshauptstadt. An Fäden ziehen zu können, ist die Kernkompetenz eines Staatskanzleichefs. Auch Heimat-Staatssekretär Albert Füracker (46), über den man im Söder-Ministerium nur Gutes vernimmt, ist ein Kandidat. Der bodenständige Oberpfälzer, wie Eisenreich erst seit 2013 dabei, hat sich sehr schnell eingearbeitet. Ihn zieht aber auch nichts weg.

Den freiwerdenden Staatssekretärsposten bekäme dann ein Oberbayer, in Seehofers Proporzschema bevorzugt eine Frau. Kerstin Schreyer-Stäblein (Fraktionsvize, Fachgebiet Bildung), Ulrike Scharf (Finanzen) und Ingrid Heckner (Öffentlicher Dienst) werden genannt. Markus Blume (Wirtschaft, Internet) gilt als kompetent, der Münchner ist aber weder in der CSU Oberbayern noch Frau.

Sturz Haderthauers im August unwahrscheinlich

Seehofer könnte die bisherigen Staatssekretäre auch kurzfristig übergangsweise mit der Leitung seiner Staatskanzlei betrauen – der Landtag müsste nicht aus der Sommerpause anrücken. Haderthauer entlassen, den Staatssekretär zum Minister befördern und ein neues Mitglied ins Kabinett holen, kann er allerdings laut Verfassung nur mit Beschluss des Landtags. Bisher zeichnet sich keine Sondersitzung ab. Ein Sturz Haderthauers im August gilt in hohen Parteikreisen eh als unwahrscheinlich.

Wie weit Seehofers Geduld in der Affäre reicht, ist schwer abzuschätzen. Am Wochenende kritisierte er, wenn auch ohne neuen Anlass, erneut Haderthauers Krisenmanagement. Seine Wortwahl wird von Mal zu Mal schärfer. Manches, was die Ministerin diese Woche geäußert habe, sei nicht hilfreich gewesen, sagte der Parteivorsitzende im „Sommerinterview“ des ZDF. Er bezog sich auf Haderthauers Äußerung, ihre umstrittenen Geschäfte mit psychisch kranken Straftätern seien ein „von Idealismus getragenes Engagement gewesen“.

„Das war sicher nicht klug, das habe ich auch im Kabinett selbst gesagt“, sagte Seehofer auch im BR. Ihm sei wichtig, dass möglichst bald Klarheit herrsche, denn auf Dauer beeinträchtigten die Vorwürfe gegen Haderthauer die Arbeit seines Kabinetts.

Christian Deutschländer

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