Aus Syrien und dem Irak

Familiennachzug: Zehntausende haben Anträge gestellt

Der Familiennachzug für Flüchtlinge zählt zu den Streitthemen in Deutschland. Nun hat das Auswärtige Amt Zahlen zur Nachfrage in den Krisenländern Syrien und Irak vorgelegt.

Berlin - Zehntausende Angehörige von in Deutschland lebenden Flüchtlingen bemühen sich derzeit um einen Familiennachzug. Aktuell lägen bei den Auslandsvertretungen in der Region um Syrien rund 70.000 Terminbuchungen von Syrern und Irakern für entsprechende Visa vor, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts am Mittwoch in Berlin.

Weltweit wurden laut Auswärtigem Amt in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 60.000 Anträge auf Familiennachzug über das Visaverfahren bewilligt. Im Jahr 2015 waren es insgesamt 70.000 Anträge, im vergangenen Jahr rund 100.000.

In diesen Zahlen sind Anträge syrischer und irakischer Flüchtlinge enthalten, ebenso aber andere Fälle. Dabei muss es sich auch nicht um Flüchtlinge handeln.

Auswärtiges Amt kann keine genauen Quoten nennen

Die Sprecherin des Auswärtigen Amts konnte keine Angaben dazu machen, was nach der Bewilligung eines Antrags geschehe. Sie könne keine Quoten nennen, wie viele derjenigen, die ein Visum erhalten haben, tatsächlich auch nach Deutschland einreisen, sagte sie. Auch mit Blick auf Schätzungen hinsichtlich der künftigen Zahl von Anträgen von Flüchtlingen auf Familiennachzug legte sich das Auswärtige Amt nicht fest.

Der Familiennachzug bei Flüchtlingen zählt zu den Knackpunkten bei den anstehenden Gesprächen von Union, FDP und Grünen über die Bildung einer Jamaika-Koalition. Die Union will diesen Nachzug für Flüchtlinge mit subsidiären Schutz über die bisher bis März 2018 bestehende Aussetzung hinaus verhindern. Dies stößt vor allem bei den Grünen auf Ablehnung, die eine Trennung der Familien als unmenschlich kritisieren.

Feste Obergrenze oder grober Richtwert: Der Unions-Asyl-Kompromiss im Check

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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