Alarmierende Zahlen

Waffenfunde auf Rekordniveau: Rechtsextreme rüsten auf

Wiesbaden - Rechtsextreme rüsten offenbar auf: Die Anzahl der beschlagnahmten Waffen soll im Jahr 2015 um mehr als das Doppelte gestiegen sein.

Die Zahl der bei Rechtsextremisten beschlagnahmten Waffen ist 2015 dem Magazin "Focus" zufolge auf einen Höchststand gestiegen. Demnach stellte die Polizei bei Neonazis nach Straftaten, auf Demonstrationen und bei Razzien 1947 Waffen sicher, fast 125 Prozent mehr als im Jahr zuvor (868 Waffen). Das Magazin beruft sich auf eine vertrauliche Analyse des Bundeskriminalamts (BKA). Eine BKA-Sprecherin bestätigte am Freitag die Existenz des Berichtes, äußerte sich aber nicht zum Inhalt.

Als besonders dramatisch beurteilen die Ermittler den Fund von 562 Spreng- und Brandvorrichtungen, mehr als doppelt so viele wie 2014. Etliche der Brandsätze seien bei Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte benutzt worden. In 42 Fällen seien Menschen attackiert worden. 

"Ernstes Bedrohungspotenzial" durch Straftaten

Einen starken Anstieg habe es auch bei den Straftaten gegeben, bei denen Neonazis Waffen einsetzten: 1253 habe die Polizei gezählt, 706 mehr als 2014 (plus 129 Prozent). In dem Bericht sei von einem „ernsten Bedrohungspotenzial“ die Rede.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums wollte die Zahlen nicht bestätigen, da der Bericht als Verschlusssache eingestuft sei. Richtig sei, dass bei der politisch motivierten Kriminalität „eine gewisse Dynamik“ zu beobachten sei, gerade auch im rechten Spektrum. „Auch Waffenkriminalität spielt eine Rolle“, fügte er hinzu.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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