Mehr als die Hälfte verdient eigenes Geld

Fast jeder 5. Türke bezieht Sozialleistungen

Berlin - Einer repräsentativen Umfrage zufolge beziehen 17 Prozent der in Deutschland lebenden Türken Sozialleistungen. Die SPD fordert unterdessen von Kanzlerin Merkel mehr Unterstützung für die Türkei.

Nur eine Minderheit der in Deutschland lebenden Türken bezieht Sozialleistungen. Bei einer repräsentativen Umfrage des Instituts Info gaben 17 Prozent der mehr 1.000 befragten Menschen mit türkischem Wurzeln an, in Deutschland Sozialleistungen zu erhalten. Dies berichtete „Handelsblatt Online“ am Dienstag in Berlin. 57 Prozent verfügen demnach über eigenes Erwerbseinkommen.

Etwa jeder dritte Türke in Deutschland schickt der Umfrage zufolge regelmäßig oder zumindest hin und wieder Geld in die Heimat. Hochgerechnet ist das laut der Studie etwa eine Milliarde Euro pro Jahr. Fast jeder zweite Befragte gibt überdies an, Immobilienbesitz in Deutschland oder der Türkei zu haben. Auch von denjenigen, die hier Transferleistungen erhielten, hat mehr als ein Drittel Immobilienbesitz.

SPD-Politiker: Merkel muss sich zur Anwältin der Türkei machen

Mit Blick auf den am heutigen Dienstag beginnenden Berlin-Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan hat der Vorsitzende der Deutsch-Türkischen Parlamentariergruppe, Johannes Kahrs (SPD), eine Behandlung der Türkei durch die Bundeskanzlerin auf Augenhöhe gefordert. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Dienstag sagte er: „Angela Merkel muss sich in den EU-Beitrittsverhandlungen wieder stärker zur Anwältin der Türkei machen.“ Er habe Verständnis für „Erdogans Frust“.

Angesichts der syrischen Flüchtlinge in der Türkei sprach sich Kahrs gegen eine verstärkte Aufnahme in Deutschland aus. „Wir müssen der Türkei mit dem helfen, was sie vor Ort braucht“, sagte er. Dies könne von Geld über medizinische Versorgung bis zu logistischer Unterstützung reichen. „Europa hat ein Interesse daran, dass die Flüchtlinge in der Türkei bleiben, damit sie später wieder leichter nach Syrien zurück können.“

dapd

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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