Auto rast offenbar in Bushaltestellen in Marseille

Auto rast offenbar in Bushaltestellen in Marseille
+
Zu Beginn der Flüchtlingskrise noch ein Team, jetzt aber unterschiedlicher Meinung: Der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann (l.) und Angela Merkel.

Österreich kein "Warteraum"

Österreich: Flüchtlinge direkt aus Griechenland nach Deutschland

Wien - Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann rät Deutschland, eine Tagesquote für Flüchtlinge festzulegen und diese Asylbewerber dann direkt aus Griechenland aufzunehmen.

Das sagte Faymann in einem am Mittwoch veröffentlichten Zeitungsinterview. Österreich dürfe nicht zum "Warteraum" Deutschlands gemacht werden. "Dagegen wehren wir uns massiv", sagte Faymann.

Der österreichische Regierungschef will mit der Tagesquote und den vorgeschlagenen Durchreise-Zertifikaten sicherstellen, dass ankommende Flüchtlinge auch tatsächlich nach Deutschland einreisen können. Es sei nicht länger tragbar, "dass täglich mehrere tausend Menschen durchgewunken werden", sagte der Sozialdemokrat. Gleichzeitig lasse Deutschland aber jeden Tag nur eine begrenzte Zahl von Flüchtlingen aus Österreich einreisen.

Eine Sprecherin Faymanns stellte klar, dass Österreich - sollte Deutschland dem Vorschlag zustimmen - nur noch Flüchtlinge einreisen lassen werde, die entweder in Österreich Asyl beantragen wollen oder ein Durchreise-Zertifikat der deutschen Behörden besitzen.

Wenn keine Obergrenze, dann direkte Aufnahme

Einen ähnlichen Vorschlag hatte am Montag bereits der österreichische Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil gemacht. Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) keine Flüchtlings-Obergrenze wolle, solle sie "die Flüchtlinge direkt aus Griechenland nach Deutschland holen", sagte er. Deutschland profitiere "derzeit massiv von den Grenzkontrollmaßnahmen Österreichs auf der Balkanroute". Österreich hat eine Obergrenze für Flüchtlinge umgesetzt - die EU-Kommission hat diese aber für rechtswidrig erklärt.

CSU-Chef Horst Seehofer kommentierte Faymanns Aufforderung zur Direktausnahme von Flüchtlingen nach den Spitzentreffen mit Kanzlerin Angela Merkel im Kanzleramt: "Das ist nicht die allerbeste Idee."

Wegen der weitgehenden Schließung der Balkanroute durch Österreich und weitere Länder sitzen am griechisch-mazedonischen Grenzübergang Idomeni derzeit tausende Flüchtlinge unter miserablen Bedingungen fest. Merkel kritisierte die nationalen Alleingänge bei Grenzschließungen oder Flüchtlingsobergrenzen am Mittwoch erneut. In der Zeitung "Volksstimme" sprach sie sich für "dauerhafte" Lösungen aus, "die nicht einseitig etwas festlegen, was andere Länder dann ertragen müssen".

AFP

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Auto tötet Fußgänger an Bushaltestelle in Marseille
Marseille (dpa) - Ein Auto hat in Marseille nach Polizeiangaben einen Fußgänger in der Nähe einer Bushaltestelle angefahren und getötet. Ein weiterer Fußgänger sei …
Auto tötet Fußgänger an Bushaltestelle in Marseille
Behörden identifizieren Terrorauto-Fahrer von Barcelona
Barcelona (dpa) - Die spanischen Behörden haben den Attentäter von Barcelona identifiziert. Aller Wahrscheinlichkeit nach handle es sich bei dem Fahrer des …
Behörden identifizieren Terrorauto-Fahrer von Barcelona
Kampfroboter: Tesla & Co. warnen vor Revolution der Kriegsführung
Wenn „Ironman“ und Konsorten in den Kampf ziehen, werden Kriege noch scheller und grausamer. Vor dem Einsatz von Kampfrobotern warnen jetzt viele führende Köpfe aus den …
Kampfroboter: Tesla & Co. warnen vor Revolution der Kriegsführung
Bewegendes Zeichen: Dieser Schwimmer bleibt nach Barcelona-Anschlag einfach stehen
Als der Startschuss fiel, blieb der spanische Schwimmer Fernando Álvarez stehen und verlor den Wettkampf. Für seine Verweigerung gibt es einen guten Grund. 
Bewegendes Zeichen: Dieser Schwimmer bleibt nach Barcelona-Anschlag einfach stehen

Kommentare