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FDP-Ministerin erhält verdächtigen Brief - BKA schaltet sich ein

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Von: Luisa Billmayer

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Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger erhielt einen verdächtigen Brief, was zu einem Polizei-Einsatz führte.
Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger erhielt einen verdächtigen Brief, was zu einem Polizei-Einsatz führte. (Archiv) © Ina Fassbender/dpa

Ein Brief mit einer verdächtigen Substanz sollte offenbar Ampel-Ministerin Bettina Stark-Watzinger erreichen. Das BKA ermittelt.

Hofheim am Taunus - Ein verdächtiger Briefumschlag mit einer unbekannten Substanz hat im Wahlkreisbüro von Bettina Stark-Watzinger einen Polizeieinsatz ausgelöst. Die FDP-Politikerin ist als Bundesbildungsministerin* Mitglied im neuen Kabinett der Ampel-Regierung. Das Bundeskriminalamt sei eingeschaltet, teilte eine Sprecherin der hessischen FDP* am Donnerstag laut dpa auf Anfrage in Wiesbaden mit. Stark-Watzinger ist auch Vorsitzende der Hessen-FDP.

Verdächtiger Brief an FDP-Politikerin: Bereich um Büro kurzzeitig gesperrt

Wie die Polizei am Mittwoch, 22. Dezember mitgeteilt hatte, war ein Büromitarbeiter mit der Substanz aus dem anonym versendeten Umschlags in Kontakt gekommen. Der Mann blieb den Angaben zufolge unverletzt, wurde aber vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.

„Wir haben keinerlei Erkenntnisse, dass gefährliche Stoffe in dem Schreiben waren“, hieß es am Donnerstagabend seitens der Polizei. Der Bereich rund um das Büro wurde vorübergehend gesperrt. „Eine Gefährdung für Dritte bestand nach derzeitigem Kenntnisstand zu keinem Zeitpunkt“, teilte die Polizei mit. Welche Substanz in dem Umschlag war und aus welcher Motivation der Brief verschickt wurde, ist noch nicht bekannt.

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Anthrax-Anschläge 2001: Briefe mit Milzbrand-Erreger verschickt

Vor allem die Anthrax-Anschläge in den USA, bei denen Personen via Postverkehr angegriffen wurde, hatten vor rund 20 Jahren weltweit Aufmerksamkeit erregt. Am 18. September 2001 wurden fünf Briefe an drei Nachrichtensender und zwei Zeitungen versendet. Die Umschläge enthielten braunes Granular: Anthrax - Bakterien, die eine Milzbrand-Infektion auslösen können.

Am 9. Oktober 2001 landeten zwei weitere Briefe im Postverkehr. Die Umschläge waren für zwei demokratische US-Senatoren bestimmt: Tom Daschle und Patrick Leahy. Die an die Politiker adressierten Briefe enthielten das Anthrax-Bakterium in noch höher dosierter Form.

Nicht nur die Personen, die die Briefe geöffnet haben, bekamen die Wirkung des Erregers zu spüren. Es wird davon ausgegangen, dass der Inhalt auch über andere Briefe im Postverkehr weitergegeben wurde. 22 Personen infizierten sich mit der Krankheit. Fünf Personen starben durch die Attacke: ein Mann, der in einem der adressierten Medienhäuser arbeitete, zwei Mitarbeiter einer Poststation und zwei Frauen. Wo die beiden Frauen mit dem Milzbrand-Erreger in Kontakt gekommen sind, konnte nicht eindeutig geklärt werden.

Athrax gilt als Bio-Waffe. Die Bundeszentrale für politische Bildung definiert biologische Waffen als „Krankheitserreger oder natürliche Giftstoffe, welche genutzt werden, um Menschen, Tiere, Pflanzen und/oder Materialien zu schwächen, zu schädigen, zu verletzen oder zu töten. Die genutzten Stoffe beinhalten Bakterien, Viren, Pilze und Toxine.“ (lb/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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