Großfeuer vernichtet Gebäude - Suche nach Vermissten

Großfeuer vernichtet Gebäude - Suche nach Vermissten
+
Christian Lindner.

„Wir sind an Entspannung interessiert“

Verhältnis zu Russland: Lindner mit Spitze gegen FDP-Kollege Kubicki

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat sich für eine Entkrampfung des Verhältnisses zu Russland ausgesprochen, hält aber an den Sanktionen gegenüber Moskau fest.

Berlin - „Ich empfehle heute, die bestehenden Gesprächskanäle mit Moskau zu intensivieren“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Außerdem sollte Russland wieder an den Kreis der G8-Industriestaaten herangeführt werden. Lindner nannte die Sanktionen bedauerlich, aber gegenwärtig notwendig. „Eine einseitige Rücknahme ohne Politikwechsel in Moskau wäre nicht verantwortbar. Das ist die aktuelle Beschlusslage meiner Partei.“

Der FDP-Vorsitzende räumte ein, dass es in der Haltung zu Russland in den ostdeutschen FDP-Landesverbänden „eine andere Nuancierung als im Westen“ gebe. Dass sich Parteivize Wolfgang Kubicki gegen die Russland-Sanktionen der EU ausgesprochen hat, kommentierte Lindner mit dem Satz: „Unsere Beschlüsse zur Russlandpolitik haben wir aber zumeist einstimmig gefasst. Wolfgang Kubicki spricht in der Frage also für wenige oder für sich selbst.“ Eine kleine Spitze in die Richtung seines Parteikollegen.

„Wir sind an Entspannung mit Russland interessiert“

Die Beziehungen des Westens zu Russland sind durch den Konflikt in der Ostukraine, die Besetzung der Halbinsel Krim durch russische Truppen und den Giftanschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter im britischen Salisbury extrem angespannt.

Der FDP-Vorsitzende betonte: „Wir sind an Entspannung mit Russland interessiert, irgendwann später sind vielleicht auch wieder Kooperation und Partnerschaft möglich. Dazu muss Russland seine militärischen Drohgebärden, die Destabilisierungsversuche westlicher Demokratien und Geheimdienstoperationen in europäischen Staaten beenden.“ Von Entspannung könnten beide Seiten profitieren.

Für eine Normalisierung der Beziehungen zu Moskau sprach sich auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer aus. „Die Sanktionen haben nicht den gewünschten Effekt - und sie werden auch umgangen“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Sie müssen schrittweise abgebaut werden, sobald der Waffenstillstand (in der Ostukraine) hält.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Rüstungsexporte mit Türkei und Saudi-Arabien fast gestoppt
Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien und in die Türkei sind besonders umstritten. Trotzdem gehörten beide Länder lange Zeit zu den besten Kunden der deutschen …
Rüstungsexporte mit Türkei und Saudi-Arabien fast gestoppt
Trump warnt Irans Präsident: "Bedrohen Sie niemals wieder die USA"
US-Präsident Donald Trump hat den Iran mit drastischen Worten verwarnt: Dem Präsidenten des Irans riet der US-Präsident bei Twitter: „Passen Sie auf“.
Trump warnt Irans Präsident: "Bedrohen Sie niemals wieder die USA"
G20 warnen vor wirtschaftlichen Risiken des Handelskonflikts - Scholz sieht auch Chance
Angesichts des Handelskonflikts zwischen den USA, China und der EU haben die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer vor Gefahren für die Weltwirtschaft gewarnt. Olaf …
G20 warnen vor wirtschaftlichen Risiken des Handelskonflikts - Scholz sieht auch Chance
Verwirrende Aussage: Trump verwechselt seinen Großvater mit seinem Vater
In einem Fernsehinterview macht US-Präsident Donald Trump verwundernde Angaben zur Herkunft seiner Eltern. Kommt sein Vater etwa aus Deutschland?
Verwirrende Aussage: Trump verwechselt seinen Großvater mit seinem Vater

Kommentare