Linda Teuteberg, FDP-Generalsekretärin, begrüßt Christian Lindner, Fraktionsvorsitzender und Parteivorsitzender der FDP, am zweiten Tag des 70. FDP-Bundesparteitag.
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Foto aus besseren Tagen: Erst am 27. April 2019 war Linda Teuteberg zur FDP-Generalsekretärin gewählt worden - nun schwenkt Christian Lindner um.

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FDP-Paukenschlag: „One-Man-Show“ Lindner ruft nach „Hilfe" - und demontiert seine Generalsekretärin

Christian Lindner ist die „One-Man-FDP“, finden Parteikollegen. Nun ruft er nach „mehr Hilfe“ und sägt seine Generalsekretärin ab. Er hofft nun auf "mehr Wirtschaftskompetenz".

Update vom 17. August, 16.00 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner hat in einem bemerkenswerten Vorgang die Generalsekretärin der Liberalen, Linda Teuteberg, de facto entmachtet - gewählt wird der Amtsinhaber zwar vom Parteitag, doch Lindner kündigte an, im September, schon vor dem Ende der regulären Amtszeit Volker Wissing für den Posten vorschlagen zu wollen. Zugleich rief er nach „mehr Hilfe“ von der Partei (siehe Erstmeldung).

Nun hat auch Teuteberg ihren Abgang bestätigt - in betont nüchternen Worten. „Um das Amt der Generalsekretärin erfolgreich für die Partei ausüben zu können, ist neben der demokratischen Legitimation durch den Bundesparteitag auch der Rückhalt und das Vertrauen des Vorsitzenden erforderlich. Ich nehme zur Kenntnis, dass der Vorsitzende sich nun erklärt hat, mit mir in der Position als Generalsekretärin der FDP nicht zusammenarbeiten zu wollen und heute einen neuen Generalsekretär vorzuschlagen“, heißt es in einer Erklärung.

Sie fügte hinzu: „Diesen Wunsch respektiere ich und stelle deshalb mein Amt als Generalsekretärin auf dem kommenden ordentlichen Bundesparteitag zur Verfügung.“

FDP-Paukenschlag: „One-Man-Show“ Lindner ruft nach „Hilfe" - und demontiert seine Generalsekretärin

Erstmeldung: Berlin - FDP-Chef Christian Lindner will schon im September den rheinland-pfälzischen Wirtschaftsminister Volker Wissing als Generalsekretär vorschlagen. Damit muss die amtierende Generalin Linda Teuteberg schon vor ihrer im Mai 2021 offiziell zu Ende gehenden Amtszeit den Posten räumen.

FDP unter Christian Lindner nur „One Man Show“? Parteichef fordert "Hilfe" - und sägt Generalin ab

Lindner sagte am Montag nach Gremiensitzungen, er brauche in seinem Amt mehr Hilfe und Unterstützung. Die Lage im Land habe sich angesichts der Corona-Krise deutlich verändert, und dazu sei auch mehr Wirtschaftskompetenz nötig. Die Umfragewerte der Partei waren zuletzt enttäuschend. Mit dem FDP-Parteitag 2020 wollen sich die Liberalen für das Wahljahr aufstellen.

Die Vorsitzende der Jungen Liberalen, Ria Schröder, hatte erst am Montagmorgen mit Blick auf Lindner eine One-Man-Show in der Partei kritisiert. „Die One-Man-FDP hatten wir vielleicht in der außerparlamentarischen Opposition, als wir nur ein Gesicht hatten. Jetzt haben wir hier drüben 80 Bundestagsabgeordnete sitzen und ein Team aus vielen Erfahrungen von Fachpolitikerinnen und Fachpolitikern“, sagte Schröder am Montag im ARD-„Morgenmagazin“. „Da kann es natürlich nicht sein, dass immer nur noch das eine Gesicht mit der FDP verbunden wird.“

Christian Lindner: FDP verzichtet vorzeitig auf Teuteberg - Ex-SPD-Mann soll Schatzmeister werden

Lindner dankte Teuteberg. Sie werde ein „starker Teil unseres Teams“ bleiben, sagte er. Details nannte er nicht. Teuteberg war erst im April 2019 auf Lindners Vorschlag zur Generalsekretärin gewählt worden. Kritik kam unter anderem aus Reihen der Grünen. Parteivizechefin Ricarda Lang erklärte in einem Tweet, sie sei „wirklich sehr froh, Politik in einer Partei zu machen, in der nicht ein Mann an der Spitze entscheidet, wann Frauen kandidieren sollen und wann sie zu gehen haben“.

Wissing sagte, er werde sein Amt als Wirtschaftsminister in Rheinland-Pfalz bis Ende der Legislaturperiode wahrnehmen. Dort wird
am 14. März 2021 gewählt. Als Nachfolger des scheidenden Bundesschatzmeisters Hermann Otto Solms will Lindner dem FDP-Bundesparteitag 2020* den Unternehmer Harald Christ vorschlagen. Der war im vergangenen Jahr nach seinem Austritt aus der SPD zur FDP gewechselt.

Am 19. September 2020 wird der FDP-Bundesparteitag live im TV und im Live-Stream* übertragen.

Lindner war zuletzt in der Corona-Krise für eine unbedachte Umarmung für den weißrussischen Honorarkonsul in die Kritik geraten. Auch in der Weißrussland-Krise wurde das entsprechende Foto wieder Thema. (dpa/AFP/fn) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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