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Der FDP-Fraktionsvorsitzende Christian Lindner in Düsseldorf im Landtag von Nordrhein-Westfalen.

Liberale rechnen sich für Sonntag neue Chancen aus

Die FDP vor dem Landtagswahl-Marathon: Sie lebt noch

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München - Nach den drei Landtagswahlen am Sonntag wird die politische Landschaft in Mainz, Stuttgart und Magdeburg durcheinandergewirbelt sein. Die FDP könnte damit in den Fokus rücken.

Nein, Kreativität kann man der FDP nicht absprechen. Im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg, wo es seit Jahren Missstimmung zwischen Einheimischen und Zugezogenen gibt, bastelte die FDP um einen Postkasten herum ein gigantisches Plakat. „Wahlurne für Schwaben“ stand darauf. Und: „Es geht um Deine Heimat.“ Ob die Aktion wirklich schwäbische Briefwähler mobilisiert, ist unklar. Auf jeden Fall bekam sie in den sozialen Netzwerken viel Aufmerksamkeit. Für die kleine Partei, die seit 2013 ums Überleben kämpft, ist das schon etwas.

Vieles spricht dafür, dass es ein guter Wahlsonntag für die Liberalen wird. Im Windschatten der AfD hat FDP-Chef Christian Lindner mit einem Merkel-kritischen, aber trotzdem klar liberalen Kurs seine Partei aus dem Keller geführt. In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gilt der Einzug ins Parlament als sicher, selbst in Sachsen-Anhalt kratzt man an der Fünf-Prozent-Hürde. Auch bei der hessischen Kommunalwahl lief es erstaunlich gut: In Frankfurt fuhr die Partei mit 7,5 Prozent das beste Ergebnis seit 1968 ein. Bei der letzten Allensbach-Umfrage kam die Partei bundesweit auf sieben Prozent – so viel wie seit vier Jahren nicht mehr.

FDP-Chef Christian Lindner ist die Lokomotive des Aufschwungs  

„Die sind alle wieder voll motiviert“, freut sich der bayerische FDP-Chef Albert Duin. 20 Termine hat Duin im Wahlkampf absolviert. Vergangenes Wochenende war er erst in Stuttgart und Winnenden, dann mit 18 anderen Bayern beim Landesparteitag in Dessau. Für einen Landesvorsitzenden ist das ein beachtliches Programm – aber nichts im Vergleich zu Bundeschef Christian Lindner. „Mindestens 80 Prozent“ des FDP-Aufschwungs gehe auf Lindner, sagt Duin.

Neulich sprach Lindner bei einer Veranstaltung mit dem schönen Titel „Fuck-up-Night“ in Frankfurt. Es ging ums Scheitern. Lindner ist als junger Mann mit einer Geschäftsidee baden gegangen – und referierte vor 1000 meist jungen Zuhörern gut gelaunt über das Scheitern und wieder aufstehen. Ein schönes Bild – auch für die FDP.

Ab Montag wird es nun spannend: Die AfD wird die Parlamente deutlich durcheinanderwirbeln – plötzlich stehen die Liberalen auch im Zentrum möglicher Ampelkoalitionen. „Wir müssen uns sicherlich bewegen“, sagt Duin, der aber noch immer kein Fan der Grünen ist. Lindner hat unlängst betont, man wolle nicht um jeden Preis mitregieren, Überzeugungen seien wichtiger als Dienstwagen. Das war nicht immer so.

mik

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