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FDP kassiert für Wahl-Plakate Spott und Stirnrunzeln: „Das ist Satire, oder?“

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Von: Florian Naumann

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FDP-Generalsekretär Volker Wissing betrachtet Motive für den Wahlkampf - vier Mal Christian Lindner
FDP-Generalsekretär Volker Wissing betrachtet Motive für den Wahlkampf - vier Mal Christian Lindner © Bernd von Jutrczenka/dpa

Die FDP hat ihre Wahlkampagne vorgestellt. Rein optisch fällt sie eher monothematisch aus. Spott gibt es aber auch für einen Denglisch anmutenden Wahlslogan.

Berlin - Nach acht Jahren ohne Regierungsbeteiligung strebt die FDP mit einer bekannt anmutenden Kampagne zurück zur Macht: Die Liberalen haben am Dienstag unter anderem ihre Plakatmotive vorgestellt - sie erinnern stark an den Wahlkampf zur Bundestagswahl 2017. Im Vordergrund steht klar Parteichef Christian Lindner. Nicht nur deswegen gab es für die FDP nach dem eher symbolisch wichtigen Termin auch Spott.

Christian Lindner dominiert die FDP-Wahlplakate: „Ist natürlich auf unseren Spitzenkandidaten ausgerichtet“

Die Partei wolle bei der Bundestagswahl im September „so stark zweistellig“ werden, dass eine Regierungsbildung ohne sie nicht möglich ist, sagte Spitzenkandidat Lindner am Dienstag. „Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird Armin Laschet der nächste Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland sein“, erklärte er. Das wäre für die FDP eine gute Voraussetzung für eine Koalition, Lindner und Laschet hatten zuletzt immer wieder den Schulterschluss geübt - wenngleich in Laschets Heimat NRW ein Streit zwischen beiden Parteien tobt.

Wie schon im Wahlkampf vor vier Jahren setzen die Liberalen voll auf ihren Spitzenkandidaten. Fotos des Parteichefs, kombiniert mit politischen Inhalten, sollen den Wählern die Positionen der Partei von Wirtschaftsthemen über Bildungspolitik bis hin zur Digitalisierung nahe bringen. Zwar gehe es „nicht nur um Personen, nicht nur um uns“, sondern um politische Inhalte und „um unser Land“, erklärte Generalsekretär Volker Wissing. Dennoch wolle die FDP die Reichweite und die Wahrnehmung Lindners im Wahlkampf voll ausnutzen. „Insofern ist die Kampagne natürlich auf unseren Spitzenkandidaten ausgerichtet“, begründete er die Optik der FDP-Eigenwerbung.

FDP setzt voll auf Lindner - und auf „Make in Germany“: Twitter spottet

Für den Fokus auf Lindner setzte es Sticheleien in den sozialen Netzwerken. „Die FDP hat ihr Programm vorgestellt: Porträts von Christian Lindner“, spottete etwa ein User. „Das ist Satire, oder?“, fragte ein anderer. Das Wahlprogramm der Liberalen liegt allerdings schon seit einiger Zeit vor. Irritation gab es auch angesichts eines Wahlslogans. „Wirtschaftswunder. Make in Germany“, heißt es auf einem der Plakatmotive. Reihenweise rätselten Twitter-Nutzer allerdings, ob es sich um ein bewusstes Wortspiel mit der ikonischen Wendung „Made in Germany“ handelt - oder doch eher um einen Fall mangelhafter Übersetzungsfähigkeiten.

Die Partei lieferte auch eine Erklärung für die Ähnlichkeit zur Kampagne 2017. Erneut habe der Berliner Fotograf Daniel Rosenthal den 42-jährigen Parteichef im „Reportage-Stil“ porträtiert. Ergänzt werden die schwarz-weiß Fotos mit Slogans wie „Warten wir nicht auf morgen. Gehen wir hin.“, „Zukunft soll wieder nach Freiheit schmecken.“ oder „Für mehr Freude am Erfinden als am Verbieten.“

FDP will „Korrektiv“ für „Jamaika“ sein - auch Ampel nicht ausgeschlossen

Wissing präsentierte seine Partei als liberales Korrektiv in einer möglichen Koalition mit Union und Grünen. „Wir wollen nicht, dass die Versprechungen der CDU in einem grünen Sumpf untergehen“, sagte er. Eine Koalitionsaussage werde die Partei vor der Wahl aber nicht machen. Eine Ampelkoalition mit SPD und Grünen wollte Wissing nicht ausschließen. Am Dienstag verteidigte ein prominenter FDP-Politiker Grünen-Kanzlerkandidatin Annalene Baerbock auch gegen heftige Plagiatsvorwürfe.

Lindner verwies darauf, dass seine Partei während der Pandemie in den Umfragen zulegen konnte. Er führte dies auf die Kernbotschaft der Liberalen in der Corona-Politik zurück: Sie habe „staatspolitische Verantwortung“ bewiesen, indem sie die Pandemie niemals verharmlost habe - sie habe zugleich aber eine „größere Sensibilität“ für die Freiheitsrechte der Bürger demonstriert. (dpa/AFP/fn)

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