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Flüchtlinge in einem Lager in Tunesien.

FDP-Politiker: Flüchtlinge nach Deutschland holen 

Berlin - Angesichts der dramatischen Lage vieler Flüchtlinge aus Libyen macht sich der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP), für eine Aufnahme stark.

“500 Millionen Europäer sollten sich nicht vor 5000 humanitären Flüchtlingen abschrecken lassen“, sagte Löning der “Süddeutschen Zeitung“ (Donnerstag). Tausende afrikanische Gastarbeiter aus Libyen sitzen an den libyschen Grenzen etwa im Nachbarland Tunesien fest. “Diese Menschen direkt aus Tunesien zu holen, wäre ein gutes Zeichen“, sagte Löning. Damit fordert erstmals ein Regierungsmitglied eine Direktaufnahme von Flüchtlingen aus Nordafrika.

Lampedusa: Flüchtlingselend in Italien

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Die Grünen begrüßten den Vorstoß. “Markus Löning zeigt mit seiner Forderung, 5000 Flüchtlinge aufzunehmen, das humanitäre Gesicht einer ansonsten eiskalten und zynischen Regierung“, sagte Parteichefin Claudia Roth der Nachrichtenagentur dpa. Diese Forderung vor allem an Europa zu stellen, reiche aber nicht aus. Löning solle sagen, wie viele Flüchtlinge Deutschland aufnehmen wolle. Tunesien biete über 200 000 Flüchtlingen Schutz - Deutschland könne durchaus 5000 Menschen helfen.

“Seit Anfang des Jahres sind bereits über 1600 Schutzsuchende im Mittelmeer gestorben“, mahnte Roth. Über 8000 Menschen bräuchten laut Flüchtlingshilfswerk UNHCR schnell Hilfe. Auch die Demokratisierung Tunesiens könne so unterstützt werden.

dpa

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