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Angela Merkel.

Harsche Kanzlerinnen-Schelte

FDP-Mann will Merkels Abschied - und hat schon einen konkreten Nachfolger im Sinn

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Noch stehen die GroKo-Sondierungen aus. Aber die FDP denkt schon an neue Konstellationen. Ein ranghoher Liberaler deutet an: Für Schwarz-Gelb müsste Angela Merkel abtreten.

Berlin - Drei Monate nach den Bundestagswahlen wartet Deutschland weiter auf ein neues Regierungsbündnis. Das Machtvakuum treibt langsam seltsame Blüten: Denn während die CSU den potenziellen Koalitionspartner SPD noch vor den Sondierungen mit einer harten innenpolitischen Linie nervt, denkt die FDP schon wieder über eine Regierungsbeteiligung nach. Und sägt in Person von Fraktionsvize Michael Theurer an Angela Merkels Stuhl.

Die Union müsse Mut zu neuen Gesichtern haben, sagte Theurer jetzt der Bild-Zeitung in einem Interview. Unter einer CDU-Kanzlerin Angela Merkel komme für die Liberalen eine Koalitionsbeteiligung nicht infrage. Das gelte auch für eine mögliche Minderheitsregierung. Erst am Mittwoch hatte Partei-Vize Wolfgang Kubicki erklärt, ihm wäre "eine Koalition mit einer erneuerten CDU/CSU am liebsten".

„Hinterzimmerpolitik“, „Einschläferungsrituale“: FDP-Mann findet harte Worte

Mit Kritik an Merkel sparte Theurer nicht. Unter anderem „Hinterzimmerpolitik“, „Einschläferungsrituale“ und bewusste „asymmetrische Demobilisierung“ der Wähler warf der stellvertretende Fraktionschef der Kanzlerin vor. „Das schwächt die Demokratie“, warnte er. Damit nimmt Theurer ausgerechnet Argumente der SPD aus dem Wahlkampf wieder auf. Martin Schulz hat Merkel gar einen „Anschlag auf die Demokratie“ vorgeworfen.

Michael Theurer (li.) neben Parteichef Christian Lindner

„Nur Krisenkanzlerin reicht nicht“, betonte nun der Politiker aus Baden-Württemberg, „Modernisierung ist angesagt“. Dafür habe Merkel offenbar nicht mehr die Kraft. Theurer ging sogar noch einen Schritt weiter und forderte gesetzliche Regelungen gegen überlange Kanzlerschaften. „Wir sollten in Deutschland ernsthaft über eine Amtszeitbegrenzung für den Bundeskanzler nachdenken. Konrad Adenauer war zwei Jahre zu lange dran, Helmut Kohl auch. Und bei Frau Merkel sieht es ähnlich aus.“

Haben die Liberalen schon einen Wunschkanzler?

Auch einen Favoriten als Kanzlernachfolger haben Kubicki und Theurer offenbar gemeinsam: „Jens Spahn statt Angela Merkel - das würde für uns als FDP passen!“, sagte Theurer der Bild. Kubicki hatte neben Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) ebenfalls Spahn als geeigneten Kandidaten genannt. Spahn gilt nicht zuletzt als Vertreter einer härteren Linie in der Flüchtlingspolitik - und als einer der ambitioniertesten Politiker in der zweiten Reihe der CDU.

Allerdings scheinen nicht alle einflussreichen FDP-Leute einverstanden mit dem offensiven Kurs „Personaldebatten in anderen Parteien sollten wir diesen ganz alleine überlassen. Da müssen wir aus der FDP heraus anderen keine Ratschläge erteilen“, sagte etwa Theurers Kollege Alexander Graf Lambsdorff der Heilbronner Stimme.

So oder so scheinen sich Teile der FDP bereits für mögliche Neuwahlen in Stellung bringen zu wollen. Theurer nannte aber auch eine andere Option für den Fall scheiternder GroKo-Sondierungen: „Eine Minderheitsregierung aus CDU/CSU und Grünen“, so Theurer, „wir würden das im Bundestag tolerieren“.

Alle Neuigkeiten zu den Verhandlungen über eine neue GroKo sammeln wir für Sie in unserem News-Ticker.

fn (mit dpa)

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