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Schüler im Englischunterricht: Wirtschaftsforscher fordern höhere Ausgaben für Bildung. 

Wirtschaftsforscher beklagen

Schlechte Noten für deutsche Bildungssysteme

Köln - Keine Fortschritte im deutschen Bildungssystem: das beklagen Wirtschaftsforscher. Kritisch sehen sie vor allem die steigende Abbrecherquote bei Ausländern und fordern mehr Geld für die Integration von Flüchtlingen.

In dem am Donnerstag vorgelegten Bildungsmonitor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wurden erstmals in 13 Jahren im Durchschnitt der Bundesländer keine Verbesserungenim Vergleich zum Vorjahr festgestellt. Rückschritte gab es demnach bereits vor dem starken Zuzug an Flüchtlingen bei den Abschlüssen ausländischer Schüler. 

Die von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft in Auftrag gegebene Untersuchung misst anhand von insgesamt 93 Indikatoren die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems. Berücksichtigt werden dabei unter anderem die Verfügbarkeit von Ganztagsschulen, die Qualität der schulischen Leistungen oder Abbrecherquoten. 


Forscher: 3,5 Milliarden Euro mehr für Bildung


Die Daten beziehen sich zumeist auf die Jahre 2014 und 2015. Die Schulabbrecherquote unter Ausländern sei dabei innerhalb eines Jahres von 10,7 Prozent auf 11,9 Prozent gestiegen, erklärte INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr. Das gebe "Anlass zur Sorge, denn mit der Bildungsintegration der Flüchtlinge steht die Bildungspolitik vor einer neuen, riesengroßen Herausforderung". Die Wirtschaftsforscher kommen zu dem Schluss, dass für die Flüchtlinge die jährlichen öffentlichen Bildungsausgaben etwa für mehr Kita-Plätze und Lehrer für zusätzliche Schulkinder um insgesamt 3,5 Milliarden Euro erhöht werden müssen. 


Bayern: geringe Bildungsarmut, wenig Ganztagsplätze


Diese Forderung war bereits vor der offiziellen Vorstellung des Berichts bekannt geworden. Die leistungsfähigsten Bildungssysteme haben laut der Studie Sachsen, Thüringen, Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg, die allerdings auch Schwächen aufweisen. Sachsen erreicht demnach Spitzenplätze bei der Forschungsorientierung, der Förderinfrastruktur und der Schulqualität, hat aber seit einigen Jahren einen Zuwachs an ausländischen Schulabbrechern. 

Thüringen punktet mit hohen Bildungsausgaben je Schüler und sehr guten Betreuungsbedingungen. Das Bundesland habe jedoch einen sehr hohen Anteil älterer Lehrer, die in den kommenden Jahren nur schwer ersetzt werden könnten, urteilten die Forscher. Bayern wiederum ist laut der Studie Spitze bei der beruflichen Bildung, bei der Vermeidung von Bildungsarmut und dem effizienten Mitteleinsatz im Bildungssystem, hat aber ebenso wie Baden-Württemberg weiterhin Nachholbedarf beim Ausbau von Ganztagsplätzen. 

Hamburg liegt bei der internationalen Ausrichtung des Bildungssystems vorne, verzeichnet aber auf der anderen Seite einen hohen Anteil an Schülern, die die Mindestanforderungen im Lesen oder Mathematik nicht erreichen.

AFP

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