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Oksana Schatschko bei einer Aktion in Kiew mit Blumenkranz im Haar.

Feministin war weltbekannt

Femen-Gründerin Oksana Schatschko tot in Wohnung gefunden - Gruppe verabschiedet sich emotional

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Oksana Schatschko, einer der Gründerinnen der feministischen Femen-Gruppe, wurde tot aufgefunden. Die 31-Jährige lag in einer Pariser Wohnung. 

München/Paris - Den Tod ihrer Mitbegründerin Oksana Schatschko verkündet die Femen-Aktivistinnengruppe auf ihrer offiziellen Website. „Die furchtlose und verletzliche Osaka Shashko hat uns verlassen“, steht dort. „Wir trauern gemeinsam mit ihren Angehörigen und Freunden und warten auf die offizielle Version der Polizei.“ Im Moment sei bekannt, dass Schaschkos Leiche am Montag in ihrem Appartement in Paris gefunden wurde. Es sei auch ein Abschiedsbrief gefunden worden, wie die Femen-Aktivistinnen laut der Nachrichtenagentur afp mitteilten. Wiebild.de berichtet, hatte die Ukrainerin schon zwei Mal versucht, sich das Leben zu nehmen. Zuletzt lebte Oksana Schatschko in Paris, wo sie als politischer Flüchtling galt.

Femen Deutschland verkündete Oksana Schatschkos Tod via Twitter

Auch Femen Deutschland verkündete den Tod der 31-Jährigen via Twitter: „Oksana Shachko hat uns verlassen, aber sie ist hier und überall (...) Sie ist für immer Teile der Geschichte des Feminismus. Sie wird der Welt fehlen! “

Emotionaler Facebook-Popst von Femen

Femen-Chefin Anna Guzol schrieb auf Facebook: „Wir trauern gemeinsam mit ihrer Familie und ihren Freunden.“ Mit einem emotionalen Post in verschiedenen Sprachen - auf Englisch, Deutsch, Französisch und Russisch - äußerte sich die Organisation zudem. Darin hieß es: „Manche kannten sie, viele respektierten sie, möge sie nie vergessen werden. Oksana Shachko, eine der bemerkenswertesten Frauen unserer Zeit. Sie ist eine der größten Kämpferinnen, die ihre eigenen ungerechten Fesseln sprengte, die hart gegen die Ungerechtigkeit der Gesellschaft kämpfte, die hart für sich und für alle Frauen kämpfte. Sie stand mit FEMEN auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew, schwenkte Fahnen in den Himmel und rief Slogans in die Stille.“

Femen-Gründerin Oksana Schatschko: Aufsehenerregende Aktionen gegen Putin und Berlusconi

Oksama Schatschko gründete Femen 2009 gemeinsam mit Anna Huzol in der Ukraine. Sie wurden durch Aufsehen erregende Protest-Aktionen bekannt, bei denen die Aktivistinnen sich meist mit bemalten, nackten Oberkörpern zeigten. Ziel waren oft umstrittene und bekannte Politiker wie Wladimir Putin, Silvio Berlusconi und Marine LePen. Auch das Finale von „Germanys Next Topmodel“ stürmten 2013 Aktivistinnen von Femen. Die Anhängerinnen der Gruppe wandten sich gegen Sexismus, Ausbeutung und sexuelle Gewalt. 

Nach Angaben der Gruppe war Schatschko eine von drei Femen-Mitstreiterinnen, die 2011 nach einem barbusigen Protest gegen den weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko von Sicherheitskräften entführt und misshandelt worden sein sollen. Der Gruppe zufolge übergossen die Entführer die Frauen in einem Wald mit Öl und drohten, sie in Brand zu setzen. Die Gruppe gab an, Schatschko sei erneut entführt worden, als Russlands Präsident Wladimir Putin einmal zu Besuch in der Ukraine war. Nach Angaben ihres Anwalts wurde sie damals von Unbekannten krankenhausreif geschlagen.

Schatschko verließ die Gruppe später und arbeitete bis zu ihrem Tod als Künstlerin. Seit 2013 lebt sie im französischem Exil.

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Redaktioneller Hinweis: Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0180-6553000.Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de.

smu/afp

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