Syrien: Haben Israel gezielt beschossen

Damaskus - Weitere Eskalation zwischen Israel und Syrien: auf den Golanhöhen fallen erneut Schüsse. Erstmals behauptet die syrische Armee, sie habe das israelische Militär gezielt attackiert.

An der syrisch-israelischen Grenze ist es erneut zu einem militärischen Schlagabtausch gekommen. Ein israelisches Armeefahrzeug sei in der Nacht zum Dienstag auf den Golanhöhen von Syrien aus unter Beschuss geraten, teilte das israelische Militär mit. Das Fahrzeug sei beschädigt worden, aber es habe keine Verletzten gegeben. Die israelischen Streitkräfte hätten das Feuer erwidert und die Schützen auf der anderen Seite der Grenze getroffen.

Seit Jahresbeginn gab es schon mehr als ein Dutzend solcher Zwischenfälle. Wer von syrischer Seite aus das Feuer eröffnete und ob das immer absichtlich geschah, blieb oft unklar. Jetzt aber behauptete das Generalkommando der syrischen Armee erstmals, die syrische Armee habe das israelische Militär gezielt unter Beschuss genommen. Das Feuer habe sich gegen ein israelisches Militärfahrzeug gerichtet, das die Waffenstillstandslinie überquert habe. Das Fahrzeug sei komplett zerstört worden, behauptete die syrische Armee weiter. Daraufhin habe „der israelische Feind“ eine syrische Armeestellung in dem Dorf Al-Subaidija bombardiert. Auf syrischer Seite habe es keine Opfer gegeben.

Für diese Darstellung gab es jedoch keine Anhaltspunkte. Auch die israelische Armee wies die Angaben zurück. Die Waffenstillstandslinie sei nicht überschritten worden und es habe nur den einen genannten Zwischenfall ohne Opfer auf israelischer Seite und nur leichte Schäden an dem Militärfahrzeug gegeben, sagte eine Sprecherin.

Nach syrischer Darstellung war das israelische Fahrzeug in Richtung auf das Dorf Bir Adscham unterwegs gewesen. Dort hielten sich „Terroristen“ auf, meldete die staatliche Agentur Sana unter Berufung auf die Armee. Ziel der Israelis sei es offensichtlich gewesen, „die zerstörte Kampfmoral“ der syrischen Regimegegner zu stärken, behauptete das Generalkommando.

AP

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