Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, mit FFP2-Maske im Landtag.
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Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern

Angst vor Corona-Mutationen

Söders FFP2-Pflicht: Bayern will zwei Millionen Masken kostenfrei verteilen

  • Cindy Boden
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  • Christian Deutschländer
    Christian Deutschländer
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Bundesweit gibt es Gegenwind für Bayerns Vorstoß einer FFP2-Maskenpflicht. Ministerpräsident Söder hält daran jedoch fest. Nach Informationen unserer Redaktion soll die Maskenpflicht aber sozial abgefedert werden.

Update vom 13. Januar, 15.15 Uhr: Markus Söder hat sich noch einmal zu seinem FFP2-Maskenplan geäußert: Demnach soll es ab Montag erst einmal eine Kulanzwoche geben, in der noch keine Bußgelder fällig werden. Außerdem sprach Söder in einer Pressekonferenz von insgesamt 2,5 Millionen Masken, die Bedürftigen kostenlos zur Verfügung gestellt werden sollen. Für Kinder unter 15 Jahre soll die Regel nicht gelten.

FFP2-Maskenpflicht: Bayern will Bedürftige unterstützen

Erstmeldung vom 13. Januar, 11.53 Uhr: München – Bayern will Bedürftigen mit einer Grundausstattung von FFP2-Masken helfen. Nach Informationen aus Regierungskreisen berät der Ministerrat zur Stunde, wie soziale Härten bei der geplanten FFP2-Pflicht abgefedert werden können. Geplant ist, zwei Millionen Masken kostenfrei aus eigenen Beständen abzugeben. Die Grundentscheidung, die bundesweit für enormen Wirbel gesorgt hatte, steht aber: Ab Montag wird in ganz Bayern beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr eine Pflicht zu den sichereren FFP2-Masken in Kraft treten. Schals, Tücher, Stoffmasken und sonstige Gesichtsabdeckungen genügen dann nicht mehr. Für diese Regelung sollen dann auch Bußgelder in noch nicht bekannter Höhe erlassen werden.

FFP2-Maskenpflicht: Es geht um die Angst vor der Corona-Mutation B117

Hintergrund ist die Sorge vor der stärker ansteckenden Mutation des Corona-Virus, die in Großbritannien zuerst aufgetaucht ist. Diese Variante B117 gilt als bis zu 70 Prozent ansteckender. Das klingt zunächst nicht alarmierend, würde aber schon mittelfristig zu einem exponentiellen Wachstum der eben erst heruntergedämmten Infektionszahlen führen. In Bayern sind mehrere Fälle dieser Mutation bereits entdeckt worden. Weil nur ein Bruchteil der Infektionen so genau untersucht wird, könnte die Dunkelziffer weit höher sein. Unter anderem rätseln Experten und Politiker, warum trotz des geltenden strengen Lockdowns, an den sich eine breite Mehrheit der Bevölkerung hält, noch immer weit über zehntausend Neuinfektionen pro Tag auftreten. Ist dafür schon in Teilen die hochinfektiöse britische Variante verantwortlich?

Auf den Kontinent hat es die Mutation bereits geschafft, mehrere deutsche Nachbarländer sind betroffen – die Niederlande und Dänemark schwer, aus Österreich gibt es Einzelmeldungen unter anderem von Skifahrern in Tirol und aus einem Wiener Altenheim, die alarmierend klingen. Gegen diese Mutation könnten korrekt getragene FFP2-Masken einen etwas höheren Schutz bieten.

FFP2-Masken - Auch die SPD fordert: Helft den Bedürftigen!

Der Vorstoß Bayerns ist dennoch umstritten. Andere Länder haben sich bisher nicht angeschlossen, das massiv betroffene Sachsen denkt allerdings darüber nach. Der CDU-Politiker Norbert Röttgen beispielsweise nannte es am Mittwoch „verfrüht“, über FFP2-Masken zu sprechen. Man müsse den Menschen erst den Unterschied und den Sinn vermitteln. In der Landespolitik ist der FFP2-Vorstoß an sich zwar von mehreren Parteien begrüßt worden. Unter anderem die SPD übt aber Kritik an den Kosten und fordert Hilfen für Bedürftige. „Wie soll ein Mensch mit Kindern in Grundsicherung das bezahlen? Wie ein Wohnungsloser?“, klagte beispielsweise die SPD-Landesvorsitzende Natascha Kohnen.

Weitere Details der Regeln wollen Markus Söder und der neue Gesundheitsminister Klaus Holetschek (beide CSU) heute in München bekannt geben. (cd)

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