Asylbewerber reisen in Herkunftsländer

Urlaub in Syrien: Ein Flüchtling liefert die Erklärung

München - Am Wochenende sorgte ein Bericht für Aufsehen: Anerkannte Asylbewerber würden zum Urlaub in ihre Herkunftsländer reisen. Ein syrischer Flüchtling liefert dafür nun eine Erklärung.

"Natürlich fahren wir nach Syrien in den Urlaub!" Mit dieser Antwort begegnet ein Flüchtling in der "Huffington Post" den Berichten, Asylbewerber würden in ihre Heimatländer in den Urlaub fahren.  "Aber ganz anders als ihr Urlaub begreift", stellt er ebenfalls klar.

Auslöser war ein Bericht der "Welt am Sonntag". Ihren Recherchen zufolge gibt es Asylberechtigte und anerkannte Asylbewerber, die für einen kurzen Aufenthalt in ihre Heimatländer Syrien, in den Libanon oder nach Afghanistan reisen. Dies sorgte bei vielen für Skepsis: Kann man in einem Land, aus dem man angeblich aus Furcht vor Krieg und Verfolgung flieht, Urlaub machen?

Man kann - das berichtet zumindest der junge Mann aus Syrien, Aras Bacho, Kolumnist bei der "Huffington Post". Allerdings sei Urlaub im Heimatland "keine Spaß- oder Erholungsreise wie an den Ballermann". Stattdessen würden gerade Ältere Freunde und Verwandte in Kriegsgebieten besuchen, die nicht fliehen könnten, um ihnen ihre Unterstützung zu zeigen. Dabei gingen sie ein hohes Risiko ein: "Immer gibt es die Gefahr, nicht mehr nach Deutschland zurück zu können".

Selbst würde Aras Bacho nicht nach Syrien reisen - er rechnet damit, sofort vom Militär verhaftet zu werden. Allerdings sieht er nicht ein, wieso beispielsweise Eltern ihre Kinder nicht für kurze Zeit besuchen dürfen sollten, schließlich diene das keineswegs der Erholung. "Wer das behauptet, verharmlost den Horror und die Verbrechen in Syrien - dort herrscht Krieg, keine Ferienstimmung."

Erst am Montag vereinbarten Russland und die USA eine einwöchige Waffenruhe in Syrien.

ja

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

May will mit Trump über Handelsvertrag sprechen
Sie ist die erste ausländische Regierungschefin, die den gerade vereidigten US-Präsidenten Donald Trump im Weißen Haus besucht - und eine Frau. Theresa May will mit dem …
May will mit Trump über Handelsvertrag sprechen
Kommentar: Die falsche Antwort auf Trump
Die richtige Antwort auf Trumps „America first“ ist ein besseres Europa - und nicht dessen Abschaffung, meint unser Autor Georg Anastasiadis. Dass AfD-Chefin Frauke …
Kommentar: Die falsche Antwort auf Trump
Trump nimmt Amt auf - die Welt geht auf die Barrikaden
Washington - Proteste in aller Welt nach der Amtsübernahme von Donald Trump: Die aggressive Antrittsrede des US-Präsidenten verstärkt vorhandene Sorgen. Internationale …
Trump nimmt Amt auf - die Welt geht auf die Barrikaden
Frankreichs Sozialisten suchen Präsidentschaftskandidaten
Die Sozialisten von Präsident Hollande sind im Umfragekeller, die Partei ist gespalten. Bei der Wahl ihres Präsidentschaftskandidaten steht daher auch die Zukunft der …
Frankreichs Sozialisten suchen Präsidentschaftskandidaten

Kommentare