Wie viele sind registriert?

Flüchtlinge in Deutschland: Bundesamt macht Falschaussage im TV

  • schließen

Nürnberg – In der umstrittenen Frage, wie viele der in Deutschland lebenden Flüchtlinge registriert und identifiziert sind, verstrickt sich das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im TV in Widersprüche.

Im ZDF-„Morgenmagazin“ hatte die Leiterin des operativen Bereichs im BAMF, Katja Wilken-Klein, behauptet, „alle“ seit dem vergangenen Jahr eingereisten Flüchtlinge seien „mittlerweile registriert“. Sie seien „mit Fingerabdrücken, mit Fotos, mit Personendaten erfasst und polizeilich registriert worden“.

Die Aussage steht im Widerspruch zu Äußerungen hoher Sicherheitspolitiker. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte noch vergangene Woche gefordert, die Versäumnisse aufzuarbeiten. Dass alle Flüchtlinge identifiziert seien, sei „nicht der Fall“, bekräftigte ein Sprecher Herrmanns am Dienstag.

Am Dienstagnachmittag ruderte das BAMF dann zurück und räumte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa Falschaussagen ein. Die Flüchtlinge seien nur „größtenteils registriert“, heißt es nun. Wie es zu der falschen Darstellung im Fernsehen kommen konnte, blieb offen. Das Amt war am späten Nachmittag nicht mehr erreichbar.  

Lesen Sie auch:

An Badeseen: BRK warnt Flüchtlinge mit neuen Schildern

112 Menschen starben im vergangenen Jahr beim Baden in Bayerns Flüssen und Seen – darunter viele Flüchtlinge. Der BRK-Verband München hat deshalb spezielle Warnschilder entwickelt.

Muslime diskutieren: Kein Begräbnis für Bayern-Attentäter?

Sollen die Attentäter von Würzburg und Ansbach in Deutschland bestattet werden? Der Zentralrat der Muslime sieht dies kritisch. Doch noch stellt sich die Frage nicht.

AKP-Mann Yeneroglu: In der Türkei herrscht Rechtsstaatlichkeit

Der türkische Parlamentarier hat Kritik an den harten Maßnahmen der Regierung nach dem Putschversuch zurückgewiesen. Äußerungen, wonach es keine Rechtsstaatlichkeit gebe, widerspricht Yeneroglu.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Parteien fordern neue Terrorabwehr
Alle kritisieren Versäumnisse, keiner will so recht Schuld haben: Vier Wochen nach dem Berliner Terroranschlag steht das Versagen der Behörden im Mittelpunkt. Politiker …
Parteien fordern neue Terrorabwehr
Sorgenvoll sagt Obama Adieu
Ernst und nachdenklich gibt Obama seine letzte Pressekonferenz als US-Präsident. Sonst oft zu Scherzen aufgelegt, wirkt er fast melancholisch. Bei allem Bemühen um …
Sorgenvoll sagt Obama Adieu
Sorgenvoll gibt Obama letzte Pressekonferenz
Washington - Mit einer nachdrücklichen Unterstützung der zentralen Rolle von Medien für eine funktionierende Demokratie hat sich US-Präsident Barack Obama von den …
Sorgenvoll gibt Obama letzte Pressekonferenz
US-Presse sagt Donald Trump den Kampf an
Washington - Der Ton wird schärfer in Washington. Nachdem sich Donald Trump immer wieder gegen Journalisten auflehnt, kommt jetzt der Konter - direkt aus dem Weißen Haus.
US-Presse sagt Donald Trump den Kampf an

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion