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Georg Anastasiadis kommentiert hier.

Denkverbote in Zeiten des Terrors

Kommentar: Gefährlich deutsch

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In Zeiten des Terrors reagieren die Deutschen mit Denkverboten. Dabei gibt es einen inneren Zusammenhang zwischen der aktuellen Zuwanderungswelle und dem islamistischen Terror. Ein Kommentar von Georg Anastasiadis.

Europa ist im „Krieg gegen den Terror“, aber jeder führt ihn anders. Die Franzosen mit Härte: mit der Ausweisung ausländischer Hassprediger und der Schließung von Moscheen, in denen radikales Gedankengut verbreitet wird. Die Deutschen mit Denkverboten: Beteiligung an UN-Missionen in Syrien? Undenkbar! Abschiebung gewaltbereiter Salafisten? Da seien unsere Gerichte – und der großzügig verteilte Doppelpass – vor! Und über allem die neue deutsche Staatsideologie: Eine Vermengung von Terrorgefahr und muslimischer Zuwanderung ist streng verboten!

Es gibt einen Zusammenhang - aber ganz so einfach ist es nicht

Das ist genauso blauäugig, wie es früher die fanatische Ablehnung der Vorratsdatenspeicherung bei uns war (In Frankreich waren es, nebenbei gesagt, überwachte Telefongespräche, die die Ermittler auf die Spur der Mörder brachten). Bei aller Entrüstung über Markus Söder: Selbstverständlich gibt es einen inneren Konnex zwischen islamistischem Terror und der aktuellen Zuwanderungswelle, wenn auch weniger in der von ihm behaupteten etwas schlichten Form, wonach sich Terroristen direkt unter die Flüchtlinge mischen; Terroristen finden zumeist bequemere Wege nach Europa. 

Viel gefährlicher sind die Brutstätten muslimischer Eiferer in unseren Vorstädten, wo Integration in der Vergangenheit oft scheiterte und Hassprediger die Gotteskrieger von morgen züchten. Schaffen wir, dass diesmal alles anders wird? Je mehr junge Männer aus der arabischen Welt zu uns kommen, desto weniger werden wir am Ende unser Versprechen einlösen können, allen eine Wohnung, einen Job, eine Perspektive anbieten zu können. Wo aber Hoffnungen enttäuscht werden, wächst die Verführbarkeit, gedeihen wie in den Banlieus von Marseilles und Paris die Parallelgesellschaften. Dann schlägt die Stunde der Dschihadisten. Davor die Augen zu verschließen, ist politisch korrekt und so großkoalitionär deutsch, dass sogar CSU-Chef Seehofer mitmacht. Aber leider ist es auch hochgefährlich.

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