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Markus Söder.

Zustimmung und Empörung

Flüchtlinge: Hitzige Debatte um Post von Markus Söder

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München - Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) tritt mit einem Posting auf Facebook zum Thema Flüchtlinge eine kontroverse Diskussion los. Die Kommentare pendeln zwischen Zustimmung und Empörung.

Update vom 14. August 2015: Warum regen sich so viele auf, wenn sich Til Schweiger für Flüchtlinge einsetzt? Um diese Frage ging es im ZDF-"Donnerstalk", bei dem der Schauspieler zu Gast war.

Asyl: die Zahlen steigen täglich. Es braucht eine wirksame Reduzierung des Zustroms nach Deutschland. Die hohe Zahl ü...

Posted by Markus Söder on Montag, 3. August 2015

Flüchtlinge sind DAS Reizthema in der öffentlichen Diskussion: Vor allem im Netz nimmt die Polarisierung zu. Nun hat auch CSU-Politiker Markus Söder eine kontroverse Diskussion auf seinem Facebook-Profil. Ein Posting vom Dienstag zum Thema Einwanderungsgesetz hat die Debatte losgetreten. Dass seine Partei ein solches Gesetz ablehnt, ist nichts Neues. Die Begründung der CSU: Durch den hohen Zustrom an Flüchtlingen haben Länder, Kommunen sowie die Polizei, die Verbände und ehrenamtlichen Helfer ihre Belastungsgrenze erreicht. Angesichts dieser Situation könne die Politik nicht gleichzeitig von mehr Zuwanderung sprechen. Zudem gebe es bereits ein gut funktionierendes System, das die Zuwanderung nach Deutschland regle. Diese Argumente brachten bereits CSU-Chef Horst Seehofer und Generalsekretär Andreas Scheuer vor. Insofern verkündete Markus Söder nichts wirklich Neues, als er auf Facebook schrieb:

"Asyl: die Zahlen steigen täglich. Es braucht eine wirksame Reduzierung des Zustroms nach Deutschland. Die hohe Zahl überfordert die Länder und Kommunen. Die innere Stabilität des Landes ist zu beachten. Daher brauchen wir jetzt auch kein Einwanderungsgesetz und nicht noch mehr Zuwanderung."

Offensichtlich sind nicht wenige Menschen der Meinung von Markus Söder. Über 1200 Facebook-Nutzer markierten den Beitrag mit "Gefällt mir". 118 mal wurde das Posting bereits geteilt (Stand: Freitagmittag). Anfangs bekommt Markus Söder fast ausschließlich Zustimmung. Allerdings lassen die Reaktionen erkennen, dass es um ein hochemotionales Thema geht. "Endlich mal einer der es ausspricht. Danke !!!!", schreibt Thomas K. Und Timo K. meint: "So ist es. Wenigstens in Bayern sieht man das Problem. Aber vorsicht, gleich sind wir alle wieder Nazis!"

Markus Söders Posting: User nimmt Bezug auf Til Schweiger

Und Edwin Z. nimmt Bezug auf Til Schweiger, der mit seinem Wut-Posting zum Thema Flüchtlinge vor kurzem für Aufsehen sorgte: "Am besten wir schicken die meisten zu Til Schweiger - der braucht das - keiner sagt was gegen die im Kriegsgebiet Syrien - aber die vom Balkan sollen dort weiter ihren Paprika essen und sich anstrengen und was für den Tourismus tun - dann läuft da auch was - sind unsere Eltern 1945 davon gerannt? NEIN . . ."

Auch Moderator und Komiker Micky Beisenherz kommentierte Markus Söders Posting zum Thema Flüchtlinge: "Vielen Dank für Ihre Meinung- vielmehr allerdings hoffe ich darauf, dass Sie heute noch ihre Siegerurkunde von den Bundesjugendspielen 1976 posten. Ich danke im voraus." Damit spielte er auf ein Foto an, mit dem Markus Söder vor wenigen Tagen für Aufsehen sorgte: Er postete ein Bild von seinem Zeugnis aus der vierten Klasse aus dem Jahr 1977.

So viel Ironie sehnt man schnell wieder herbei, wenn man liest, dass auch nicht alle Söder-Kritiker unbedingt sachlich diskutieren. So schreibt Don M.K.: "Es ist nicht nur die innere Stabilität zu beachten! Auch die innerliche Verkümmerung mancher Af... ähhh CSU-Aktivisten!" Und Markus M. kommentiert: "Spannend zu beobachten wie Gehirnwäsche Früchte trägt bis in die höchsten Ämter des Gemeinwesens. Gänzlich ohne Propagandaministerium". Und dann noch Felix G.: "A Depp auf Stimmenfang bei den komplett Hängenbliebenen ... Rechtsorientierter Populismus ... und nix weiter ."

Auch wenn sich besonnene Kommentatoren zu Wort melden. Oft pendelt die Debatte zwischen den altbekannten Vorwürfen "Brauner" und "Gutmensch" oder zwischen den Extremen "Volle Zustimmung" und "Kacke" hin und her. Einmal mehr läuft eine Debatte zum Thema Flüchtlinge aus dem Ruder.

fro

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