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Donald Trump am Mittwoch in der Sendung "Hannity" im US-Nachrichtensender Fox News,

US-Präsidentschaftskandidat

Flüchtlinge in die USA? Donald Trump: "Wir haben genug Probleme"

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München - Sollen die USA auch Flüchtlinge aufnehmen? Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hält nichts davon. Denn: "Wir haben genug eigene Probleme."

"If Obama would have gone across the line that he drew, the artificial line in the sand that he drew, you wouldn't have...

Posted by Sean Hannity on Donnerstag, 10. September 2015

In der Sendung "Hannity", die am Mittwochabend im US-Nachrichtensender Fox News ausgestrahlt wurde, wollte Moderator Sean Hannity vom republikanischen Präsidentschaftskandiaten Donald Trump wissen, ob die Vereinigten Staaten Flüchtlinge aufnehmen sollten. Konkret wollte Hannity wissen: "Wir wissen jetzt, dass unser Außenministerium und unser Präsident erwägen, Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak ins Land zu holen. Sie haben ihre Heimat verloren und ziehen durch Europa. Viele von ihnen sind Muslime und kommen aus islamischen Ländern. Ich bin sicher, dass viele von ihnen sehr gute Menschen sind. Aber sollten wir die Angst ernst nehmen, dass unter ihnen auch Radikale sind?"

Donald Trump, der in den vergangenen Wochen mit kontroversen Äußerungen die Aufmerksamkeit der Medien (und die Sympathien vieler US-Wähler) auf sich gezogen hatte, vertritt auch zum Thema Flüchtlinge eine dezidierte Meinung. So hält er es für durchaus möglich, das mit arabischen Flüchtlingen auch radikale Islamisten in die USA kämen. "Das könnte sehr gut möglich sein. Und in Wahrheit ist es so: Wir haben den Islamischen Staat. Und wenn ich mir viele Menschen ansehe, die im Fernsehen zu sehen sind, dann sind das Männer. Im Verhältnis sind gar nicht so viele Frauen unter ihnen." Unter humanitären Gesichtspunkten, so Trump, sei die Lage der Flüchtlinge natürlich furchtbar. Trotzdem sei das kein Grund für eine Aufnahme der Flüchtlinge: "Wir haben viele Probleme in unserem Land. Und wir müssen unsere eigenen Probleme lösen." Eines davon sei der Zustrom illegaler Einwanderer aus Mexiko. In der Hinsicht verspricht Donald Trump den US-Bürgern ein hartes Durchgreifen, sollte er 2016 zum US-Präsidenten gewählt werden. So will er Millionen von Latino-Einwanderern ohne Dokumente auszuweisen und eine Mauer zu Mexiko bauen. Diesen Vorschlägen stimmen, so betonte Moderator Hannity, laut einer Umfrage 59 Prozent der US-Bürger zu. Da diese Pläne Trumps aber Mexikaner betreffen, wollte Hannity nochmals wissen, ob die USA seiner Meinung nach auch Menschen aus Syrien und dem Irak aufnehmen sollen - oder ob für ihn Finanzhilfen eine denkbare Möglichkeit seien.

Donald Trump: Warum nehmen die Golfstaaten und Russland keine Flüchtlinge auf?

Für Donald Trump sind humanitäre Gesichtspunkte allerdings kein Grund, Flüchtlinge aus arabischen Ländern in die Vereinigten Staaten zu holen. "Von einem humanitären Stanpunkt betrachtet, würde ich ihnen gerne helfen. Aber wir haben unsere eigenen Probleme. Wir haben so viele Probleme, die wir erst einmal selbst lösen müssen." Zudem fordert Donald Trump in der Flüchtlingskrise auch die Golfstaaten zum Handeln auf. Denn von "diesen unglaublich reichen, mächtigen Golfstaaten" - konkret nannte Trump Saudi Arabien, Katar und Bahrain - nehme kein einziges Land Flüchtlinge auf. "Auch Russland nimmt keine Flüchtlinge auf. Da nimmt keiner Flüchtlinge auf. Und wir sollen die jetzt aufnehmen? Wir müssen unsere eigenen Probleme lösen."

Zudem wies Donald Trump US-Präsident Obama eine Mitschuld an der Lage der Flüchtlinge zu. "Hätte Obama seine 'rote Linie' überschritten, die er mal zog - diese künstliche Linie im Sand - dann hätten wir dieses Problem gar nicht erst." Zur Erinnerung: Barack Obama hatte einmal versprochen, in Syrien einzugreifen, wenn die Regierung Chemiewaffen einsetze. Nachdem dies im Sommer 2013 passierte, sprach er zwar davon, dass die "rote Linie" überschritten worden sei. Allerdings ruderte Obama schließlich zurück und stimmte einem russischen Vorschlag zum Verschrotten der Chemiewaffen des Assad-Regimes zu. Wenige Monate später breitete sich der Islamische Staat in Syrien aus. Das Erstarken der Islamistischen Terrormiliz ist bekanntlich ein Hauptgrund, warum viele Menschen aus Syrien und dem Irak fliehen.

fro

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