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Kennen sich gut: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und BDI-Präsident Ulrich Grillo (r.)

Kanzlerin ist am heutigen Freitag in München

Flüchtlinge: Industrie und Handwerk unterstützen Merkel

München - In der Flüchtlingsdebatte haben sich Industrie und Handwerk ausdrücklich hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestellt. Am heutigen Freitag ist die Kanzlerin bei einem Wirtschaftstreffen in München zu Gast.

Rückendeckung aus Industrie und Handwerk für die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin: Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), sagte im Bayerischen Rundfunk, der BDI werde Merkel "weiter unterstützen, damit sie den Kampf um eine europäische Lösung und für einen Erhalt von Schengen mit offenen Grenzen weiterführt".

"Die Kanzlerin hält den Rücken gerade und kämpft für ihre Ziele", sagte Grillo weiter. Mit Verweis auf nationale Lösungen einzelner EU-Staaten in der Flüchtlingskrise kritisierte er: "Jeder denkt an sich - aber das kann es nicht sein." Er hoffe sehr auf eine europäische Lösung, sagte der BDI-Präsident vor einem Spitzentreffen der Wirtschaft mit der Bundeskanzlerin in München.

Notwendigkeit offener EU-Grenzen

Auch der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, betonte die Notwendigkeit offener EU-Grenzen. "Dauerhafte Grenzkontrollen wären fatal, bedrohten Wachstum und Wohlstand", warnte Wollseifer im Interview mit der "Passauer Neuen Presse". Die Bundesregierung arbeite an Lösungen. Es gehe darum, die Lage in den Herkunftsländern der Flüchtlinge zu verbessern und auf die Konfliktparteien vor Ort Einfluss zu nehmen. Nötig sei darüber hinaus eine bessere Sicherung der EU-Außengrenze. "Hier geht es um die Zukunft Europas."

"Nicht durch einen großen Hammerschlag lösen"

Überstützung für Merkel kommt auch von Auch Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer. „Sie widersetzt sich diesen populistischen Äußerungen, die in ganz Deutschland immer wieder zum Vorschein kommen, und versucht, mit vielen Einzelschritten dieses Problem in den Griff zu bekommen“, sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer am Freitag. Das sei der richtige Weg. „Solch eine Situation kann man nicht durch einen großen Hammerschlag lösen.“ Eine Wiedereinführung dauerhafter Grenzkontrollen innerhalb Europas lehnt die Wirtschaft wegen befürchteter Nachteile für die Firmen ab.

AFP/dpa

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