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Georg Anastasiadis. 

Kanzlerin statuiert Exempel

Kommentar: Merkels Flüchtlings-Kurs zerreißt Europa

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München - Mit Barack Obama versteht sich Kanzlerin Angela Merkel bestens: Ganz klar, bei der Flüchtlingskrise muss eine europäische Lösung her - dabei zerreißt Merkels Kurs Europa. Ein Kommentar. 

Schön, dass wenigstens Barack Obama noch hinter der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin steht. Beide seien sich einig über die Notwendigkeit einer „gesamteuropäischen Lösung“, hieß es nach einem Telefonat der beiden aus dem Kanzleramt. Stimmt: Eine gesamtamerikanische Lösung gibt es ja leider nicht. Die fatalen Folgen von Bushs Nahostkrieg, der Arabien entflammte und Millionen in die Flucht trieb, sollen nach US-Willen allein die Europäer ausbaden.

Dass das Europa zerreißt, muss Obama nicht kümmern. Die Kanzlerin aber schon. Das Band, das die EU im Innersten zusammenhielt, war bisher der Konsens. Es ist ein beispielloser Bruch aller Traditionen, dass eine von Berlin dirigierte Mehrheit einer Minderheit brutal ihren Willen aufzwingt. Auch Osteuropa soll an den Vorzügen von Multikulti teilhaben und Flüchtlinge in großer Zahl aufnehmen – so wurde es in Brüssel auf Druck Merkels beschlossen. Absurd: Länder, die keine Flüchtlinge haben wollen, sollen Flüchtlinge aufnehmen, die dort nicht hinwollen. Welche Erschütterungen dieses „Diktat“ (so der Slowake Fico) in den jungen Demokratien des Ostens auslöst – und welchen Rechtsruck! –, ist Merkel egal. Hauptsache sie wird die vielen Zuwanderer wieder los, die sie als Mutter Theresa der Flüchtlinge mit ihrer nicht zu Ende gedachten, beifallheischenden Politik selbst angelockt hat.

„Moralischen Imperialismus“ wirft ihr dafür Ungarns Premier Orban vor. Wem dessen Nationalismus zu vulgär ist, möge CSU-Chef Seehofer lauschen, der seiner Unionsfreundin in gesetzteren Worten denselben Vorwurf macht. Die Arbeitsteilung könne nicht so aussehen, dass die einen für Moral und Menschlichkeit zuständig sind – und die anderen für die Arbeit und die Ressourcen. So wütend und böse hat die CDU den bayerischen Löwen seit dem bitteren Streit der Parteifeinde Strauß/Kohl nicht mehr erlebt. Spaltung, so weit das Auge reicht.

Georg Anastasiadis

Sie erreichen den Autor unter Georg.Anastasiadis@merkur.de

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