München wohl bald wieder Drehkreuz

Flüchtlinge: Österreich will Zustrom drosseln

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München – Österreich ist offenbar bereit, weniger Flüchtlinge durch sein Land nach Bayern zu schleusen als bisher. 

Vertrauliche Verhandlungen zwischen Berlin, München und Wien steuern nach Angaben beteiligter Politiker auf eine schnelle Lösung zu. Das Nachbarland will seine Praxis aufgeben, unangekündigt hunderte Flüchtlinge spontan dicht vor die Grenze zu fahren und unkontrolliert nach Bayern laufen zu lassen.

„Darüber wird verhandelt, es gibt einen Zwischenstand“, sagte CSU-Chef Horst Seehofer, ohne Details zu nennen. Ein gestern beratenes Modell: Österreich und Deutschland einigen sich auf fünf Grenzübergänge, maximal je 50 Flüchtlinge pro Stunde dürfen sie passieren. Seinerseits würde Österreich wohl an seiner slowenischen Grenze ebenfalls die Einwanderung einschränken. Für die deutschen Behörden würde das die Probleme lindern.

Zu den fünf Übergängen zählen Wegscheid, Passau-Neuhaus sowie Simbach am Inn. Österreich begann am Freitag zudem mit dem Bau eines winterfesten Zeltes für 1000 Flüchtlinge an der Grenze bei Passau. Bayerns Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU) machte sich kurzfristig ein Bild der Lage im Nachbarland.

In Bayern einigten sich Regierung und Opposition, Flüchtlinge aus der Grenzregion schneller zu verteilen. Fortan sollen wieder in erheblichem Umfang Asylbewerber nach München gebracht werden. Passaus Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) spricht von einem „Pendelverkehr über den Hauptbahnhof München“ mit Sonderzügen und bis zu 100 Bussen. In München könnte damit wieder ein Drehkreuz entstehen.

Am Wochenende kommen in Berlin die Spitzen von CSU, CDU und SPD zu einem Krisentreffen zusammen. Sollte die Runde am Sonntagmittag ohne Einigung auseinandergehen, behält sich die Staatsregierung weiterhin Alleingänge vor. Laut CSU-Kreisen könnte die Landespolizei an der Grenze postiert werden, um Flüchtlinge zurückzudrängen und illegale Einreisen zu verhindern.  cd

Rubriklistenbild: © dpa

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