+
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Foto: Daniel Karmann/Illustration

Wegen des Falls Franco A.

Flüchtlingsbehörde prüft 2000 Asylverfahren

Berlin - Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) überprüft nach dem Auffliegen des als Flüchtling getarnten Bundeswehrsoldaten Franco A. 2000 Asylverfahren.

Damit soll nach Angaben des Bundesinnenministeriums geklärt werden, ob es möglicherweise systematische Mängel im Umgang mit Asylanträgen gibt. Das Gewähren von subsidiärem Flüchtlingsschutz, wie er dem rechtsextremen Oberleutnant gewährt wurde, sei "eine krasse Fehlentscheidung, wie sie nicht passieren darf", sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Johannes Dimroth, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitag).

In einer internen Revision werde seit dem 2. Mai geprüft, ob es systematische Fehler gebe. Dimroth sagte: "Es gilt aber auch zu klären, ob es neben dem Einzelfall Franco A. möglicherweise auch systematische Mängel im Verfahren beim BAMF gab." Zu diesem Zweck würden jeweils 1000 positive Asylentscheidungen von Bewerbern aus Syrien und aus Afghanistan aus dem Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis zum 27. April dieses Jahres überprüft. Franco A. wird verdächtigt, einen Terroranschlag geplant zu haben. Er sitzt in U-Haft.

Die BAMF-Präsidentin Jutta Cordt sagte dem "Münchner Merkur", nach bisherigen Erkenntnissen deute nichts auf strukturelle Mängel im Asylverfahren hin. Sie kündigte aber Konsequenzen an. "Wir werden uns die moderne Technik besser zu Nutze machen", sagte sie. Getestet werde bereits der Einsatz von Sprachidentifizierungssoftware im Asylverfahren, um die Herkunft von Flüchtlingen eindeutig nachzuweisen. Auch von einer Auswertung von Handy-Daten erhofft sie sich Hilfe bei der Klärung von Identitäten. Außerdem solle die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden weiter verbessert werden.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Polizei will Verbrennen von Israel-Fahnen verhindern
Berlin (dpa) - Die Berliner Polizei will eine erneute Demonstration arabischer Gruppen am Dienstagnachmittag genau im Auge behalten und das Verbrennen israelischer …
Polizei will Verbrennen von Israel-Fahnen verhindern
Amtszeit von Nato-Generalsekretär Stoltenberg um zwei Jahre verlängert
Seit 2014 ist der Nato-Generalsekretär Stoltenberg im Amt - Nun haben die Nato-Staaten seine Amtszeit um zwei Jahre verlängert, wie das Militärbündnis am Dienstag …
Amtszeit von Nato-Generalsekretär Stoltenberg um zwei Jahre verlängert
Noch keine neue Regierung, aber Bundestag beschließt: Gehalt der Politiker soll steigen
Über eine neue Regierung konnten sich die Parteien noch nicht verständigen. Bei einem anderen Punkt waren sich Union, FDP und SPD allerdings schnell einig. Nun kommt …
Noch keine neue Regierung, aber Bundestag beschließt: Gehalt der Politiker soll steigen
Bundestag verlängert Einsätze der Bundeswehr um kurze Zeit
Eine neue Regierung ist noch längst nicht in Sicht, da schaltet der Bundestag bereits voll in den Arbeitsmodus. Im Akkord verlängern die Abgeordneten die wichtigsten …
Bundestag verlängert Einsätze der Bundeswehr um kurze Zeit

Kommentare