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Ein Bundespolizist hält an einer Kontrollstelle an der Autobahn A 3 kurz hinter der deutsch-österreichischen Grenze nahe Pocking einen Bus an.

"Die Dynamik macht mir Sorgen"

BKA-Präsident warnt: Flüchtlingskrise verschärft Sicherheitslage

Berlin - Die Flüchtlingskrise zieht nach Einschätzung des Bundeskriminalamts (BKA) eine Verschärfung der Sicherheitslage in Deutschland nach sich. Davor warnt BKA-Präsident Holger Münch.

Die Bedenken formulierte Holger Münch gegenüber dem Magazin "Focus". "Die Konflikte unter Asylsuchenden nehmen zu, die Stimmung im rechten Lager heizt sich auf. Diese Dynamik macht mir Sorgen."

Münch bezeichnete die derzeitige Lage als "schwierig und angespannt". "Wir müssen schnellstmöglich wieder geordnete Verfahren und stabile Strukturen schaffen." Zu den Anschlägen auf Flüchtlingsheime sagte der BKA-Chef: "Die Zahl solcher Straftaten steigt dramatisch, die Dynamik ist ungebrochen."

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Bis Ende Oktober zählte das BKA demnach 600 Angriffe auf Asylunterkünfte, davon mindestens 543 mit rechtsextremistischem Hintergrund. "Wir verzeichnen 95 Gewaltdelikte und 49 Brandstiftungen. Es gab mehrere Verletzte", sagte Münch. Der BKA-Chef schloss nicht aus, dass es auch zu Attentaten mit Todesopfern kommen könne: "Es kann sein, dass wir noch dramatischere Vorfälle erleben als bisher."

Flüchtlingskrise: Angst vor Radikalisierung

Münch verwies zugleich darauf, dass in Deutschland lebende Islamisten junge Asylbewerber verstärkt für ihre radikale Weltanschauung rekrutierten. "Die Bundesländer haben uns bisher etwa 40 Kontaktversuche gemeldet, bei denen Salafisten junge Flüchtlinge anwerben wollten. Darin sehen wir ein großes Risiko." Es bestehe die Gefahr, "dass sich junge Männer, deren Hoffnungen sich in Deutschland nicht erfüllen, irgendwann salafistischen Gruppen anschließen, auf deren Ideologien hereinfallen, sich radikalisieren und Gewalttaten begehen."

AFP

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