+
Regierungserklärungen und Abstimmung im Bundestag

Flüchtlingskrise

Bundestag stimmt Asylpaket mit großer Mehrheit zu

Berlin - Trotz scharfer Kritik aus der Opposition und von Menschenrechtsorganisationen hat der Bundestag umfangreiche Verschärfungen im Asylrecht verabschiedet.

Der Bundestag hat dem Gesetz zur Verschärfung des Asylrechts und der verbesserten Integration von Flüchtlingen mit breiter Mehrheit zugestimmt. Für die Vorlage votierten in namentlicher Abstimmung 475 von 600 Abgeordneten, dagegen 68, wie Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt (SPD) am Donnerstag im Plenum bekanntgab. Es gab 57 Enthaltungen. Mit dem Gesetzespaket, das bereits am Freitag im Bundesrat abschließend beraten werden soll, reagiert die Politik auf die große Zahl an Flüchtlingen in Deutschland.

Um die Bearbeitung von Asylanträgen von Menschen aus Ländern ohne Bleibeperspektive zu beschleunigen, werden mit dem neuen Gesetz drei weitere Balkanstaaten - Albanien, Kosovo und Montenegro - als sichere Herkunftsländer eingestuft. Asylbewerber von dort sollen bis zum Ende ihres Verfahrens künftig auch in den Erstaufnahmeeinrichtungen verbleiben. Um schneller Unterkünfte errichten zu können, werden zeitlich befristete Erleichterungen im Bauplanungsrecht geschaffen.

Die Zahlung von Bargeld an Asylbewerber in Erstaufnahmeeinrichtungen soll so weit wie möglich durch Sachleistungen ersetzt werden. Zudem wird die Durchsetzung bestehender Ausreisepflichten erleichtert. So darf künftig nach Ablauf der Frist zur freiwilligen Ausreise der Termin der Abschiebung nicht vorab angekündigt werden, um ein Untertauchen zu verhindern. Zugleich schafft das Gesetz bessere Integrationsmöglichkeiten für Flüchtlinge mit guter Bleibeperspektive. Der Bund beteiligt sich zudem strukturell, dauerhaft und dynamisch an den Kosten.

Mit Blick auf die erwartete Zustimmung zu dem Paket auch im Bundesrat würdigte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) das Gesetzespaket in der Debatte als gemeinsame Leistung von Bund und Ländern.

afp

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Geld und Macht: EU-Länder treffen sich beim Sondergipfel
An diesem Freitag treffen sich die 27 bleibenden EU-Länder zum Sondergipfel in Brüssel. Haushalt? Wahlen? Die Themen kommen erstmal harmlos daher, aber sie haben es in …
Geld und Macht: EU-Länder treffen sich beim Sondergipfel
Kaum mehr Hoffnung für Ost-Ghuta: Schwere Vorwürfe gegen Russland
Kaum noch Hoffnung auf ein Ende der Gewalt in Syrien: Nach den erfolglosen Beratungen im UN-Sicherheitsrat über eine Waffenstillstands-Resolution hat das Auswärtige Amt …
Kaum mehr Hoffnung für Ost-Ghuta: Schwere Vorwürfe gegen Russland
Saudi-Arabien: "Wir brauchen eure Rüstungsgüter nicht"
Saudi-Arabien zählte bisher zu den besten Kunden der deutschen Rüstungsindustrie. Damit ist jetzt erstmal Schluss - wegen des Jemen-Kriegs. Die saudische Regierung hat …
Saudi-Arabien: "Wir brauchen eure Rüstungsgüter nicht"
UN-Sicherheitsratssitzung zu Syrien endet ohne Ergebnis
Täglich bombardieren Syriens Regierungstruppen das Rebellengebiet Ost-Ghuta, wo 400 000 Menschen eingeschlossen sind. Die humanitäre Lage ist dramatisch, ein Ende nicht …
UN-Sicherheitsratssitzung zu Syrien endet ohne Ergebnis

Kommentare