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Lage von Migranten in Griechenland explosiv

Ein Ende von Moira und Co?

Drei Flüchtlingslager auf griechischen Inseln schließen

Nach dramatischen Entwicklungen in einigen der griechischen Flüchtlingslager, lenkt die Regierung mit einem drastischen Schritt ein. 

  • Griechenland will die drei größten Flüchtlingslager auf den Inseln Lesbos Chios und Samos schließen. 
  • Neben Kritik über die Zustände in den Lagern drohte die Lage vor Ort zu eskalieren. 
  • Jetzt hat Griechenland eine folgenreiche Entscheidung getroffen. 

Athen - Griechenland will die drei größten Flüchtlingslager auf den Inseln Lesbos, Chios und Samos schließen. Die deutlich überfüllten Lager sollten durch neue Einrichtungen mit Aufnahmekapazitäten von je mindestens 5000 Menschen ersetzt werden, teilte die griechische Regierung am Mittwoch mit. Bei den neuen Einrichtungen soll es sich demnach um geschlossene Lager handeln.

In diesen wiederbelebten Lagern auf Lesbos, Samos und Chios sollen stattdessen neue „Abflug- und Identifikationszentren“ geschaffen werden, sagte Regierungssprecher Stelios Petsas am Mittwoch bei einer Pressekonferenz, die vom griechischen Staatsfernsehen übertragen wurde. In den neuen Lagern sollen jene Migranten untergebracht werden, die keine Aussicht auf Asyl haben und zurück in ihre Herkunftsländer gebracht werden sollen.

Griechenland will drei größte Flüchtlingslager auf Inseln schließen

Bereits wenige Tage zuvor hatte der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hat die Europäische Union scharf dafür kritisiert, immer noch keine nachhaltige Lösung für die Verteilung von Flüchtlingen gefunden zu haben. „Europa betrachtet Ankunftsländer wie Griechenland als bequeme Parkplätze für Flüchtlinge und Migranten“, sagte Mitsotakis dem „Handelsblatt“ vom Dienstag. „Ich werde das nicht länger hinnehmen.“ Kein EU-Land könne die Vorteile des Schengenraums in Anspruch nehmen und sich zugleich weigern, die Lasten zu teilen, „wie es einige osteuropäische Länder tun“.

Seit dem Sommer steigt die Zahl der in Griechenland ankommenden Flüchtlinge wieder. In diesem Jahr waren es nach Daten des UN-Flüchtlingshilfswerks fast 60.000. Das ist noch weit von den Zahlen aus dem Jahr 2015 entfernt, setzt die Regierung in Athen aber unter Druck. Die Zustände im größten Flüchtlingslager Moria auf Lesbos werden seit Jahren von Hilfsorganisationen als unzureichend angeprangert. Erst im September hatte der Chef des Lagers Moira gekündigt

Lesen Sie auch: Die Asyl-Krise in Griechenland spitzt sich immer weiter zu. Grünen-Chef Robert Habeck wirbt nun um Solidarität aus Deutschland.

dpa/afp

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