Nun äußert er sich 

„Doppelmoral“ - Erst Klimanotstand ausgerufen, dann ab ins Flugzeug: Grünen-Politiker erntet Shitstorm

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Der Grüne EU-Abgeordnete Sven Giegold sieht sich aktuell einem massiven Shitstorm ausgesetzt. Der Grund: Der Politiker stimmte erst für den Klimanotstand und stieg dann direkt ins Flugzeug.

  • Der Europa-Abgeordnete Sven Giegold stimmte in Straßburg für den Klimanotstand.
  • Anschließend stieg der Grünen-Politiker direkt in ein Flugzeug von Straßburg nach Berlin.
  • Im Netz erntet Giegold unter dem Hashtag „#SvenFliegold“ nun einen massiven Shitstorm.

Straßburg - Es war zumindest symbolisch eine große Geste: Das EU-Parlament rief am Donnerstag den Klimanotstand aus. Noch muss sich zeigen, inwieweit konkrete Schritte auf die Abstimmung folgen. Für einen Abgeordneten gibt es allerdings bereits konkrete Folgen, zumindest im Internet. Der EU-Abgeordnete Sven Giegold sieht sich aktuell einem massiven Shitstorm ausgesetzt, da er zunächst für den Klimanotstand stimmte und anschließend direkt ein Flugzeug von Straßburg aus bestieg. Etliche User im Netz und auch andere Politiker kritisieren ihn nun dafür.

„Yes! Das Europaparlament ruft den Klimanotstand aus! Ein wichtiges Zeichen zur richtigen Zeit. Es sind entscheidende Jahre für zukünftige Generationen“, freute sich Sven Giegold nach der Abstimmung im Europaparlament am Donnerstag via Twitter. Zusätzlich stichelte er noch gegen seine politischen Kontrahenten: „Ganz traurig: Große Teile der Christdemokraten haben dagegen gestimmt.“ 

Grünen-Politiker Giegold wird nach Flug „Doppelmoral“ vorgeworfen

Soweit so normal. Doch wie die Bild berichtet, war die Abstimmung in Straßburg für Giegold nicht der einzige politische Termin am Donnerstag. Und so soll der Grünen-Mann nach der Abstimmung gegen 13 Uhr direkt in ein Flugzeug gestiegen sein. Von Straßburg soll es nach Berlin gegangen sein. Am dortigen Flughafen Tegel wurde Giegold dann bemerkt und genau deshalb sieht er sich nun einem Shitstorm ausgesetzt.

Unter dem extra angesetzten Hashtag „#SvenFliegold“ werfen Twitter-User dem Politiker nun „Doppelmoral“ vor - einige nennen ihn einen „Heuchler“. So etwa auch Giegolds Kollege Sven Schulze, der für die CDU im Europaparlament sitzt: „Ganz traurig Kollege Sven Giegold ist wohl eher Ihre Doppelmoral. Am Vormittag im Europaparlament den Klimanotstand ausrufen und am Nachmittag mit dem Flugzeug Kurzstrecke von Frankfurt nach Berlin fliegen“, schrieb Schulze via Twitter.

Giegold ließ die Kritik nicht einfach stehen. Gegenüber der Bild rechtfertigte er seinen Flug. Er habe um 18 Uhr einen beruflichen Termin im Bundesrat gehabt: „Die Abstimmung in Straßburg war gegen 12.45 Uhr vorbei. Mit dem Zug war das unmöglich.“ 

Bei dieser Zeitrechnung hätte Giegold den Termin in Berlin wohl wirklich kaum wahrnehmen können, ohne ein Flugzeug zu besteigen. Allerdings zieht dieses Argument bei seinen Kritikern eher weniger. Sie bleiben bei ihrer Sicht der Dinge.

Giegold ist übrigens nicht der einzige EU-Abgeordnete, der sich nach der Abstimmung wegen vermeintlicher Doppelmoral Kritik ausgesetzt sieht.

EU-Parlament beschließt Klimanotstand: Was bedeutet das?

Das EU-Parlament hatte am Donnerstag einen „Klimanotstand“ für Europa ausgerufen. Eine deutliche Mehrheit der Abgeordneten sprach sich dafür aus, als erster ganzer Kontinent einen solchen Notstand zu erklären. Das soll nach Wunsch der Abgeordneten die Dringlichkeit des Themas zeigen - konkrete Folgen hat der Schritt aber vorerst nicht.

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat die Entscheidung des Europaparlaments zum Ausrufen eines „Klimanotstands“ begrüßt. Sie habe mitten auf dem Ozean von dem Beschluss der Abgeordneten erfahren, schrieb die 16-Jährige am Donnerstag auf Twitter. „Wir können eine Krise nicht lösen, ohne sie als solche zu behandeln. Lasst uns hoffen, dass sie jetzt drastische hinreichende Maßnahmen ergreifen.“ Sie rief zugleich dazu auf, sich an den internationalen Klimaprotesten am Freitag zu beteiligen, um so Druck auf die politischen Entscheidungsträger auszuüben.

rjs/dpa

Rubriklistenbild: © dpa / Hendrik Schmidt

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