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Nach „Lügner“-Vorwurf an Laschet-Minister: Kachelmann wird Experte bei Flut-Untersuchungen

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Moderator Jörg Kachelmann während eines Pressetermins zur MDR-Talkshow Riverboat.
Meteorologe Jörg Kachelmann soll als Experte vor den Untersuchungsausschuss zur Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen treten. © Star-Media/Imago

Nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen soll ein Untersuchungsausschuss die Versäumnisse der Regierung aufdecken. Auch Wetterexperte Jörg Kachelmann wird angehört.

Düsseldorf - Es waren Bilder, die ganz Deutschland erschütterten: Die Flutkatastrophe Mitte Juli in Nordrhein-Westfalen zerstörte ganze Dörfer, 49 Personen starben. Ein Untersuchungsausschuss im Landtag soll die Frage klären, ob die Landesregierung nicht richtig auf Warnungen reagierte. Am Freitag (8. Oktober) nahm der Ausschuss seine Arbeit auf. Auch der Schweizer Meteorologe Jörg Kachelmann, der Laschets Innenminister Reul als Lügner bezeichnete, soll vor das Gremium treten.

U-Ausschuss zu Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen nimmt Arbeit auf

Drei Monate nach dem katastrophalen Hochwasser kamen die 13 stimmberechtigten Mitglieder des Untersuchungsausschusses erstmals zusammen. Nach der Herbstpause werde sich der Ausschuss „mit der Frage möglicher Versäumnisse, Unterlassungen, Fehleinschätzungen und etwaigem Fehlverhalten der nordrhein-westfälischen Landesregierung und ihrer nachgeordneten Behörden“ auseinandersetzen, erklärte der Ausschussvorsitzende Ralf Witzel (FDP).

In der ersten Sitzung im Landtag in Düsseldorf wurden mehrere Beweisbeschlüsse gefasst, um die für die Aufarbeitung nötigen Akten anzufordern. Im kommenden Frühjahr soll dem Parlament ein öffentlicher Bericht über die bis dahin vorliegenden Erkenntnisse vorgelegt werden. In dieser Legislaturperiode ist es bereits der fünfte Untersuchungsausschuss in Nordrhein-Westfalen.

Wetterexperte Kachelmann warnte frühzeitig vor Katastrophe - Düsseldorfer Landtag hört ihn an

Nach dem Willen der Oppositionsparteien SPD und Grüne sollen der scheidende Ministerpräsident Armin Laschet, sein designierter Nachfolger Hendrik Wüst, Innenminister Herbert Reul sowie Staatskanzleichef Nathanael Liminski und andere Regierungsmitglieder als Zeugen befragt werden.

Wie der Kölner Stadtanzeiger berichtet, soll auch Wetterexperte Jörg Kachelmann als Sachverständiger vorgeladen werden. Der Meteorologe sorgte im Juli für Aufsehen, als er Laschets Minister Reul auf Twitter als Lügner bezeichnete. Dieser behauptete, das Wesen von Naturkatstrophen sei es, dass man sie nicht vorhersagen könne. Kachelmann selbst hatte noch am 13. Juli mittags in einem Tweet gewarnt, es werde „womöglich Zeit, Menschen allmählich behördlicherseits und medial auf ein Hochwasser-Szenario vorzubereiten“. In der darauffolgenden Nacht kam es dann zu den Überschwemmungen.

Als weitere Expertin soll auch die britische Hydrologie-Professorin Hannah Cloke, die am Aufbau des EU-Frühwarnsystems EFAS beteiligt war, auf Antrag der Opposition als Sachverständige geladen werden. Sie warf den deutschen Behörden „monumentales“ Systemversagen in der Flutkatastrophe vor. (sf/dpa/AFP)

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