+
Christine Haderthauer

Haderthauer greift Schröder an

Förderung: "Familien"-Streit in der Union

  • schließen

München - Die Familienpolitik rückt ins Zentrum des Bundestagswahlkampfs. Groß ist die Debatte um Förderung - und sorgt für Zündstoff: Christine Haderthauer (CSU) attackierte Kristina Schröder (CDU).

Mehr Nachrichten und Infos zur Landtagswahl finden Sie auf unserer Facebookseite!

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kündigte an, im Fall eines Wahlsieges das System der familienpolitischen Leistungen auf den Prüfstand zu stellen. Hintergrund ist eine interne Überprüfung der Leistungen durch Experten, die von der Bundesregierung unter Verschluss gehalten wird. Innerhalb der Union sorgen die Ergebnisse für massiven Ärger.

Die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) warf Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) vor, ihre Arbeit zu vernachlässigen. Der Schaden aus der Analyse sei „immens“, sagte Haderthauer unserer Zeitung. „Wirtschaftswissenschaftler begutachten zu lassen, ob Familienpolitik ökonomisch rentabel ist – das ist zynisch. Diese Herangehensweise zeigt hohe Ignoranz dafür, was Familie bedeutet.“

Schon seit 2009 analysiert das Gutachtergremium im Auftrag von Familien- und Finanzministerium die Wirksamkeit der familienpolitischen Maßnahmen. Die zuständigen Minister wollten die Ergebnisse eigentlich erst nach der Wahl veröffentlichen, dennoch drangen sie nun nach draußen: Obwohl 200 Milliarden Euro für Familien ausgegeben werden, versickere das Geld an den falschen Stellen. Es wäre besser, in Kinderbetreuung und Bildung zu investieren.

Auch in der CSU sehen einzelne Politiker Reformbedarf. Josef Schmid, Münchner OB-Kandidat der Partei, forderte gegenüber unserer Zeitung, das Ehegattensplitting durch ein Familiensplitting zu ersetzen. „Für Verheiratete ohne Kinder kann ich keinen dringenden Förderbedarf erkennen“, sagte Schmid. Paare, die Kinder großziehen, sollten dagegen lebenslang gefördert werden.

Die Bundesregierung: Merkel und ihre Minister

Die Bundesregierung: Merkel und ihre Minister

Die SPD plant sogar eine umfassende Reform. „Wir brauchen eine Umstellung der Familienpolitik“, sagte Steinbrück „Spiegel online“. „In Zukunft kann es nicht darum gehen, an einzelnen Instrumenten herumzustricken.“ Die SPD wolle so viel Geld wie möglich in den Ausbau der Betreuung stecken.

mik/cd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Guttenberg wünscht sich das Ende der Großen Koalition
Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat sich gegen eine erneute Große Koalition ausgesprochen. Am liebsten würde er mit der FDP koalieren, …
Guttenberg wünscht sich das Ende der Großen Koalition
Ruhani weist Trumps Kritik am Atomabkommen scharf zurück
Das Atomabkommen mit dem Iran dominiert den zweiten Tag der Generaldebatte der UN-Vollversammlung. Der Pakt gilt als historisch. Der Iran warnt die USA. Auch Deutschland …
Ruhani weist Trumps Kritik am Atomabkommen scharf zurück
Le Pen demontiert ihren Stellvertreter
Im Führungsstreit bei Frankreichs rechtspopulistischer Front National (FN) greift Parteichefin Marine Le Pen gegen ihren Stellvertreter Florian Philippot durch.
Le Pen demontiert ihren Stellvertreter
Umstrittenes Interview mit Putin-Sender: Gabriel erneuert AfD-Nazi-Vergleich
Wenige Tage vor der Wahl hat Sigmar Gabriel  ein Interview mit einem sehr umstrittenen Medium geführt. Bereits vor der Ausstrahlung hatte sich der Außenminister dazu …
Umstrittenes Interview mit Putin-Sender: Gabriel erneuert AfD-Nazi-Vergleich

Kommentare