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UN-Generalsekretär Ban Ki Moon

Ban fordert weitere Atomgespräche mit Nordkorea

New York - Nach der Freilassung von zwei US-Journalistinnen in Nordkorea hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon an das kommunistische Regime appelliert, zu den Sechs-Parteien- Gesprächen über das Atomprogramm des Landes zurückzukehren.

Er hoffe, dass der Dialog zwischen Nordkorea und den beteiligten Parteien schnellstmöglich wieder aufgenommen werden könne, ließ Ban am Mittwoch in New York von seiner Sprecherin Michèle Montas erklären.

Nach Angaben von US-Präsident Barack Obama liegt es nun an dem kommunistischen Regime in Pjöngjang , auch in anderen Bereichen Fortschritte zu erzielen. Mit Blick auf das nordkoreanische Atomprogramm sagte Obama dem US-Sender MSNBC, “wir wollen nur sicherstellen, dass sich die Regierung Nordkoreas innerhalb der Grundregeln der internationalen Gemeinschaft bewegt“.

Zuvor hatte bereits US-Außenministerin Hillary Clinton die nordkoreanische Führung aufgefordert, die Sechs-Parteien-Gespräche wieder aufzunehmen. “Sie haben die Wahl.“ Nordkorea könne “den Weg provokativer Handlungen“ weitergehen, sagte sie mit Blick auf auf die jüngsten Atom- und Raketentests des kommunistischen Regimes. Dies werde das Land aber weiter isolieren. Die Alternative sei die Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche, meinte die Außenministerin.

Im April hatte Nordkorea seinen unwiderruflichen Rückzug von den seit 2003 laufenden Gesprächen über den Abbau seines Atomwaffenprogramms erklärt. Das Land reagierte damit auf die Verurteilung des Starts einer nordkoreanischen Langstreckenrakete durch den Weltsicherheitsrat. An den Sechs-Parteien-Gesprächen sind außer Nordkorea und den USA auch China, Südkorea, Japan und Russland beteiligt.

Der UN-Generalsekretär zeigte sich froh über die Entscheidung der Regierung in Pjöngjang , die beiden Amerikanerinnen aus humanitären Gründen freizulassen. Zugleich gratulierte Ban dem früheren US- Präsidenten Bill Clinton zu seiner erfolgreichen Mission. Die beiden Journalistinnen waren nach fast fünf Monaten Haft in dem kommunistischen Land auf freien Fuß gesetzt worden und kehrten am Mittwoch mit Clinton in die USA zurück. Der 62-jährige Ex-Präsident war am Dienstag in Pjöngjang für mehr als drei Stunden mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il zusammengetroffen, der die beiden Frauen begnadigte.

Clinton und die beiden Reporterinnen trafen mit einer Sondermaschine auf dem Bob-Hope-Flughafen bei Los Angeles ein, wo die beiden Frauen von ihren Familien begrüßt wurden. Die Journalistinnen, deren Familien asiatische Wurzeln haben, waren emotional überwältigt und weinten. “Noch vor 30 Stunden waren wir Gefangene in Nordkorea“, sagte Laura Ling. Dann sei ihnen gesagt worden, sie müssten zu einem Treffen. “Als wir den Raum betraten, sahen wir Bill Clinton. Da wussten wir in unserem Herzen, dass unser Alptraum ein Ende findet.“

Der ehemalige Vize-Präsident Al Gore - er hatte den Kabelsender mitgegründet, für den die beiden Journalistinnen arbeiteten - bedankte sich ausdrücklich auch bei Präsident Obama. Dieser sei an den “humanitären Anstrengungen“ zur Freilassung eng beteiligt gewesen. Obama meinte in einer kurzen Erklärung in Washington , die Freilassung sei “Grund zur Freude für das ganze Land“. Er habe bereits mit den Familien gesprochen.

Ling und Lee waren Mitte März nahe der chinesisch-nordkoreanischen Grenze festgenommen worden, als sie über nordkoreanische Flüchtlinge berichteten. Sie waren wegen “Verbrechens gegen die koreanische Nation und illegalen Grenzübertritts“ zu je zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Allerdings hätten sie ihre Strafe im Arbeitslager noch nicht angetreten gehabt, wie die “Washington Post“ berichtete, stattdessen seien sie in einem Gästehaus untergebracht gewesen.

Außenministerin Clinton widersprach nordkoreanischen Berichten, wonach sich ihr Ehemann in dem Gespräch mit Kim für das Verhalten der Amerikanerinnen entschuldigt habe. “Das ist nicht wahr“, sagte sie bei einem Besuch in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Die USA hätten stets betont, sie wolle die Bemühungen um die Freilassung vom Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm trennen.

dpa

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