Arbeitsminister Heil hilft im Krankenhaus Bergmannsheil
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Schnupperpraktikant: Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) begleitet eine Reinigungskraft bei ihrer Arbeit im Krankenhaus.

Es geht um 500 Euro

Forderung: Corona-Bonus nicht nur für Pflegekräfte

  • Sebastian Horsch
    VonSebastian Horsch
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In Heimen und Kliniken riskieren derzeit nicht nur Pflegekräfte ihre Gesundheit. Deshalb fordern die privaten Anbieter in Bayern, die Corona-Sonderzahlung auch auf andere Bereiche auszuweiten.

Sie setzen bei der täglichen Arbeit in der Corona-Krise ihre eigene Gesundheit aufs Spiel. Deshalb sollen Pflegekräfte in Krankenhäusern, Rehakliniken, Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen in Bayern einen steuerfreien Bonus von 500 Euro erhalten. Das hat die Staatsregierung vor zwei Wochen beschlossen. Tausende von Anträgen sind bereits eingegangen. Auch ambulante Pflegekräfte, Notfallsanitäter und Rettungsassistenten sollen diese vorerst einmalige Zahlung bekommen. Doch was ist mit den anderen?

„In der Corona-Krise arbeiten alle Beschäftigten in der Pflege und in der Behindertenhilfe oft am Limit und unter erschwerten Bedingungen“, sagt Kai Kasri, der bayerische Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste, unserer Zeitung. Auch die Bereiche Hygiene und Hauswirtschaft seien unverzichtbar. Und auch dort laufen die Mitarbeiter Gefahr, mit dem Virus in Kontakt zu kommen. „Beispielsweise in einem Pflegeheim müssen die Zimmer der Bewohner auch weiterhin regelmäßig gereinigt werden sowie ihre persönliche Kleidung und ihre Bettwäsche unter entsprechenden hygienischen Bedingungen vorsortiert und gewaschen werden“, erklärt Kasri. Diesen Mitarbeitern müsse die gleiche Wertschätzung wie Pflegekräften zukommen.

Das sieht auch die Landtags-SPD so und hat einen entsprechenden Antrag auf Ausweitung der Bonuszahlung auf „die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Reinigungs-, Service- und Verwaltungsbereich der Krankenhäuser, Rehabilitationskliniken, Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen“ eingebracht. Reinigungskräfte, Küchenpersonal, Hausmeister, Mitarbeiter der Versorgungstechnik sowie das Servicepersonal im Bereich der Gesundheitsversorgung leisteten Enormes bei der Bewältigung der Corona-Pandemie. Es sei deshalb „eine Frage der Gerechtigkeit, auch diesem Personenkreis eine finanzielle Zuwendung für deren Anteil an der Bewältigung der Mehrarbeit zukommen zu lassen“. Die Grünen unterstützen den SPD-Antrag. „Wir fordern die Entschädigung als Gefahrenzulage“, sagt der pflegepolitische Sprecher der Landtagsfraktion, Andreas Krahl, unserer Zeitung. „Somit sollen auch alle Berufsgruppen, die der neuen Gefahr ausgesetzt sind, diese bekommen.“ Neben Reinigungskräften also zum Beispiel auch Heilmittelerbringer und Ärzte. 

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