+
Angela Merkel muss sich erklären.

Forsa-Umfrage - auch zum Zivilschutzkonzept

Zustimmung für Merkel und Union am Tiefpunkt - AfD legt weiter zu

Berlin - So mies stand es seit 2013 nie um die Union. Im Stern-RTL-Wahltrend sind sowohl Partei als auch die Kanzlerin am Tiefpunkt angelangt.

Gerade einmal 33 Prozent würden noch für Kanzlerin Angela Merkel und ihre Union stimmen. In den Umfragewerten des Meinungsforschungsinstituts Forsa für den Stern-RTL-Wahltrend geht es ein Jahr nach dem "Wir-schaffen-das"-Credo mit der Partei weiter bergab - im Vergleich zur Vorwoche um weitere zwei Prozentzähler. Etwas, was die Regierung in Berlin im Moment so überhaupt nicht brauchen kann. 

Die Gründe liegen nahe: Die Diskussionen um das Burkaverbot, vor allem aber die Terrorangst nach den jüngsten Anschlägen in Ansbach und Würzburg, dazu der Amoklauf in München - das Gefühl von Sicherheit hat offenbar gelitten. Zu spüren bekommt das dann vor allem die Kanzlerin selbst. Nur noch 41 Prozent würden das Kreuz im Falle einer Direktwahl bei ihr machen, 17 Prozent wären für SPD-Chef Sigmar Gabriel. 

Dagegen verbesserte sich die rechtspopulistische AfD um zwei Punkte auf zwölf Prozent. Die Werte für die anderen Parteien blieben unverändert. Die SPD verharrte bei 22 Prozent, bei den Grünen waren es zwölf, bei der Linken neun und bei der FDP sechs Prozent.

Über die Hälfte der Befragten vertraut keiner Partei mehr

Kein allzu positives Zeichen ist auch: 42 Prozent können sich laut Wahltrend weder mit Merkel noch mit Gabriel anfreunden. Seit der Amtszeit 2013 hatte Merkel zwar noch nie einen solch niedrigen Zustimmungswert, doch offenbar liegt sie damit immer noch weit über den Sympathiewerten, die etwa Altkanzler Kohl einst hatte.

Düstere Zahlen auch für die SPD: Nur 9 Prozent trauen den Sozialdemokraten zu, die Probleme des Landes lösen zu können. Mit 25 Prozent liegt die Union weit drüber. 10 Prozent nennen eine andere Partei, ganze 56 Prozent haben kein Vertrauen in irgendeine Partei. Kein gutes Bild vor den anstehenden Landtagswahlen.

Bürger glauben an Panikmache

In einer weiteren Umfrage ermittelte das Forsa-Institut im Auftrag des Stern, wie die Bürger das neue Zivilschutzkonzept bewerten, wonach sie für den Katastrophenfall Lebensmittelvorräte und Trinkwasser einlagern sollen. Danach halten 62 Prozent die Empfehlung für Panikmache, 33 Prozent für eine sinnvolle Empfehlung. Eine Mehrheit der Bürger, 54 Prozent, will auch in Zukunft keine Lebensmittel lagern. 32 Prozent der Bürger haben schon Vorräte für den Notfall angelegt.

Für den Wahltrend befragte das Forsa-Institut 2503 repräsentativ ausgesuchte Bürger, für die Zivilschutzumfrage waren es 1006.

mke

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Alternativer Nobelpreis ehrt Kämpfer für Menschenrechte
Der Alternative Nobelpreis zeichnet die aus, die bei den offiziellen Nobelpreisen oft durchs Raster fallen. Kämpfer für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden mit …
Alternativer Nobelpreis ehrt Kämpfer für Menschenrechte
Kommentar zu Seehofer: Untot oder lebendig
Nach den Gesetzen der politischen Schwerkraft müsste Horst Seehofer eigentlich bereits seinen Hut genommen haben. Doch die CSU fürchtet eines mehr als einen untoten …
Kommentar zu Seehofer: Untot oder lebendig
Bundestagswahl im Live-Ticker: CSU drängt CDU zu Konsequenzen
Nach der Bundestagswahl überschlagen sich die Ereignisse. Bei der AfD gibt es einige personelle Veränderungen. Wir verfolgen alle Entwicklungen im Live-Ticker.
Bundestagswahl im Live-Ticker: CSU drängt CDU zu Konsequenzen
Seehofer: „Wir brauchen kein Versöhnungstreffen“
CSU-Chef Horst Seehofer hat sich zuversichtlich geäußert, gemeinsam mit der CDU die nötigen Konsequenzen aus den schweren Stimmenverlusten bei der Bundestagswahl ziehen …
Seehofer: „Wir brauchen kein Versöhnungstreffen“

Kommentare