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Christian Wulff hatte seinen Rücktritt noch nicht verkündet, da lief in Berlin das Kandidaten-Karussell schon auf Hochtouren. Ob es am Ende tatsächlich ein überparteilicher Kandidat wird, ist aber ungewiss. Eine Übersicht möglicher Wulff-Nachfolger:
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JOACHIM GAUCK (PARTEILOS): Der frühere Pastor und DDR-Bürgerrechtler war so etwas wie der “Sieger der Herzen“ bei der Präsidentenwahl 2010, die er erst im dritten Wahlgang gegen Wulff verlor. Der heute 72-Jährige machte sich einen Namen mit der Aufarbeitung der DDR- Vergangenheit. Gauck wird auch bei Union und FDP geschätzt. Das Verhältnis zu Merkel gilt aber als schwierig. In Koalitionskreisen heißt es, wenn Merkel nun Gauck nähme, wäre es das Eingeständnis, mit Wulff aufs falsche Pferd gesetzt zu haben.
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WOLFGANG HUBER: Der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zählt zu den intellektuellen Vordenkern und bekanntesten Wortführern des deutschen Protestantismus. Der eloquente Sozial- und Bioethiker sieht sich in der Nachfolge protestantischer Denker wie Dietrich Bonhoeffer, der 1945 von den Nazis hingerichtet wurde. Wie dieser ist Huber überzeugt, dass die Kirche sich in die gesellschaftliche Debatte einmischen muss.  Der 69-Jährige hat sich stets für eine bessere Integration und gegen Ausländerhass eingesetzt.
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WOLFGANG SCHÄUBLE (CDU): Wenn es um das höchste Staatsamt geht, fällt immer auch sein Name. Der Bundesfinanzminister und “Architekt“ der Deutschen Einheit ist die Säule im Kabinett. Allerdings wird Schäuble im September 70 und fühlt sich mit der Euro-Rettung ausgelastet, wie es aus seinem Umfeld heißt. Auch wäre in der Koalition ein breiter Rückhalt für ihn offen.
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KLAUS TÖPFER (CDU): Der frühere Umweltminister gilt seit Jahren als “Öko-Papst“ und respektabler Präsidenten-Kandidat. Auf die Frage, ob er wolle, sagt der in Schlesien geborene 73-Jährige nur: “Dieses Thema ist von mir nicht zu erörtern.“ Bei SPD und Grünen hat er rund um den Atomausstieg gepunktet. Töpfer war einer der zwei Chefs der von Merkel nach dem Gau von Fukushima ins Leben gerufenen Ethikkommission. Töpfer hat bei Union und FDP aber nicht nur Freunde. FDP-Chef Philipp Rösler nannte ihn “konservativen Weltverbesserer“.
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URSULA VON DER LEYEN (CDU): Heiß gehandelte Kandidatin für das Amt der ersten Frau im Staate war die 53-Jährige schon einmal, als es um die Nachfolge des abgetretenen Präsidenten Horst Köhler ging - dann wurde es Wulff. In Erinnerung blieb aber, wie die Tochter des früheren niedersächsischen Regierungschefs Ernst Albrecht mit ihren Chancen gestenreich kokettierte. Dass die siebenfache Mutter und Ex-Familienministerin noch nicht am Ende ihrer Ambitionen angelangt ist, gilt jedoch als wahrscheinlich. Als CDU-Vize meldete sich die Niedersächsin zuletzt etwa auch zur Zukunft Europas zu Wort.
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KATRIN GÖRING-ECKARDT (GRÜNE): Frau, ostdeutsch und Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland - die Grünen-Politikerin hat einige Attribute, die ihr jetzt Außenseiterchancen einbringen. Allerdings wäre die 45-Jährige laut Koalitionskreisen im schwarz- gelben Lager nicht mehrheitsfähig. Sie stammt aus dem thüringischen Friedrichroda und war im September 1989 Gründungsmitglied der Bürgerbewegung “Demokratie Jetzt“ und von “Bündnis 90“. Seit fünf Jahren ist sie Bundestags-Vizepräsidentin.
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THOMAS DE MAIZIÈRE (CDU): Der Merkel-Vertraute gilt als Tausendsassa und Profi. Finanzen, Justiz, Inneres, Verteidigung - er hat schon viele Ministerämter auf Landes- und Bundesebene erfolgreich gemanagt. Nach dem Rücktritt Karl-Theodor zu Guttenbergs (CSU) brachte er geräuschlos die schwierige Bundeswehr-Reform auf den Weg. Der 58-Jährige hat aber mittlerweile abgelehnt, das Amt des Bundespräsidenten übernehmen zu wollen.

Wer wird Wulff-Nachfolger? Die Top-Kandidaten

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